28.05.2013
FLUG REVUE

Lufthansa will einheitliche, Treibstoff sparende Steigflugprofile einführenLufthansa will einheitliches Spar-Steigflugprofil einführen

Die Deutsche Lufthansa AG will ab Juni ihre Flugzeuge einheitlich mit einem flacheren, Treibstoff sparenden Steigflugprofil auf die Reise schicken. Nach dem Abheben sollen die Flugzeuge schon in 300 Metern Höhe, statt in bisher 460 Metern Höhe, ihre Klappen einfahren und auf Steigflugtempo beschleunigen.

Lufthansa wolle ab Juni weltweit einheitlich nach dem neuen Verfahren starten und steigen, teilte die Airline am Dienstag mit. Dafür werde die Höhe, in der das gerade gestartete Flugzeug seine Klappen einfahre und auf die Steiggeschwindigkeit beschleunige, die sogenannte Acceleration Altitude, gesenkt. Bisher üblich gewesen seien dafür 1500 Fuß (ca. 457 Meter), künftig solle diese Höhe auf 1000 Fuß (ca. 305 Meter) gesenkt werden.

Das neue Verfahren sei bereits an den meisten deutschen und internationalen Flughäfen üblich und werde bereits von vielen Airlines praktiziert, weil es zu geringerem Treibstoffverbrauch und reduzierten CO2-Emissionen führe. Auch am Frankfurter Flughafen nutzten bereits heute viele Airlines die Vorteile dieses Abflugverfahrens.

Das frühere Einfahren der Klappen reduziert den Widerstand und damit den Treibstoffverbrauch. Andererseits erfolgt der Steigflug etwas flacher. Kritiker befürchten deshalb eine erhöhte Lärmbelastung in der Flughafenumgebung.

Lufthansa erklärte, man wolle deshalb vor der Einführung des Verfahrens an deutschen Flughäfen zunächst die Auswirkungen durch eine Testphase zur Schallmessung untersuchen. Lufthansa gehe dabei insgesamt von einem positiven Effekt aus, da sich die Flugzeuge früher in einer widerstandsarmen und somit leiseren Konfiguration befänden. Diese Annahme solle am Frankfurter Flughafen in einem Probebetrieb vom 1. Juli bis 30. September 2013 durch die Messung ausgewählter Flüge getestet werden, während alle anderen Flüge zum Vergleich wie bisher starteten.

Die Auswertung der Schallmessungen erfolge in Abstimmung mit dem Forum Flughafen und Region. Zuvor sei bereits eine wissenschaftliche Studie beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Auftrag gegeben worden, die nur geringfügige Schallveränderungen durch das neue Abflugverfahren erwarten lasse.

Ziel dieses schrittweisen Vorgehens sei eine transparente Erhebung und Evaluierung zuverlässiger Messdaten der Geräuschpegel des neuen Startverfahrens. Nach Auswertung der Daten werde über eine Einführung der sogenannten "1000-Fuß-Acceleration" an deutschen Standorten entschieden.

Lufthansa gehe davon aus, dass durch die Änderung des Verfahrens allein in Frankfurt im Jahr etwa 2200 Tonnen weniger Treibstoff verbraucht würden. Das entspräche rund 7000 Tonnen weniger CO2-Ausstoß. Weltweit liege die Umweltentlastung sogar bei 6000 Tonnen weniger Kerosin bzw. etwa 18000 Tonnen weniger CO2.

Eine Absenkung der Beschleunigungshöhe von 1500 auf 1000 Fuß sei durch die ICAO-Regularien erlaubt und bei vielen Fluglinien bereits gängig. Jede Verfahrensänderung in den Betriebshandbüchern einer Luftfahrtgesellschaft sei der nationalen Aufsichtsbehörde vorzulegen. Bei deutschen Fluggesellschaften sei dies das Luftfahrtbundesamt (LBA). Lufthansa habe die Genehmigung zur Änderung des Verfahrens vom LBA und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bereits erhalten.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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