22.10.2014
FLUG REVUE

IBM übernimmt Aufgaben von LH Systems Lufthansa will IT-Sparte auslagern

Die Deutsche Lufthansa will schon 2015 die Aufgaben ihrer IT-Tochter Lufthansa Systems AG an einen externen Dienstleister auslagern. Dabei steht IBM kurz vor dem Zuschlag.

Lufthansa_Systems_Rechenzentrum

Großrechner in einem Rechenzentrum der Lufthansa Systems AG. Die Fluggesellschaft will ihre IT-Infrastruktur künftig durch IBM extern betreiben lassen und dadurch Kosten sparen. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

Im Zuge der Neuausrichtung der Konzern-IT werde die Deutsche Lufthansa AG "zeitnah" eine langfristige IT-Partnerschaft vereinbaren, teilte Lufthansa am Mittwoch mit. Geplant sei, dass Lufthansa die gesamten IT-Infrastrukturleistungen im Konzern an IBM gebe. Außerdem solle IBM den Geschäftsbereich Infrastruktur der heutigen Lufthansa Systems AG übernehmen. Der Outsourcing-Vertrag solle eine Laufzeit von sieben Jahren haben. Damit profitiere Lufthansa dauerhaft von einer Senkung der IT-Infrastrukturkosten um durchschnittlich rund 70 Mio. EUR pro Jahr. Ein entsprechendes Angebot liege vor und solle jetzt final verhandelt werden.

Durch die Transaktion entstünden bei Lufthansa Einmalbelastungen aus Restrukturierung und Kaufpreis von rund 240 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2014. Diese Belastungen würden nicht in dem für die Prognose relevanten operativen Ergebnis verbucht, belasteten aber das IFRS-Konzernergebnis und das HGB-Ergebnis der Deutschen Lufthansa AG. 

Lufthansa Systems solle in drei Gesellschaften aufgespalten und der Bereich Infrastruktur im Zuge des Outsourcings verkauft werden. Die Bereiche Airline Solutions und Industry Solutions der Lufthansa IT-Tochter würden in Zukunft als eigenständige Unternehmen in ihren jeweiligen Märkten agieren. Alle Vereinbarungen stünden noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Lufthansa Aufsichtsrates sowie der fusionsrechtlichen Freigabe.

„Die Zusammenarbeit mit einem global agierenden und erfolgreichen IT-Konzern wie IBM stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Konzernunternehmen sowie der Lufthansa Group insgesamt. Sie wird unsere Kostenbasis unmittelbar verbessern und den Zugriff auf neueste IT-Technologien sichern, mit denen wir zur weiteren Steigerung von Effizienz und Kundennähe die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse konsequent vorantreiben werden“, sagt Simone Menne, Vorstand Finanzen und Aviation Services der Lufthansa Group und Vorsitzende des Aufsichtsrates der Lufthansa Systems AG. „Gleichzeitig erhalten die Mitarbeiter des Bereichs Infrastruktur eine klare Perspektive für ihre Arbeitsplätze und können an der weiteren technologischen Entwicklung teilnehmen“, so Simone Menne weiter. 

Gemäß aktuellem Verhandlungsstand sollen alle rund 1400 Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Infrastruktur übernommen werden. Die Standorte Kelsterbach und Budapest sollen erhalten werden. Zum Erhalt der Arbeitsplätze an den übrigen Standorten wurden, laut Lufthansa, ebenfalls "klare" Zusagen gemacht. Die Aufspaltung der Lufthansa Systems und der formale Start der neuen Gesellschaften sollen im ersten Quartal 2015 erfolgen. Der Vollzug des Infrastruktur-Verkaufs ist zum 31. März 2015 geplant.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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