03.04.2015
Erschienen in: 05/ 2014 FLUG REVUE

IATA hat klare Klimaziele definiertLuftverkehr soll grüner werden

Klare und messbare Umweltziele hat der weltweite Airline-Verband IATA seinen Mitgliedern bis 2050 vorgeschrieben. Das Timing ist ehrgeizig.

Airbus Concept Plane

Konzepte für die nächste Flugzeuggeneration 2050 berücksichtigen eine bessere Umweltverträglichkeit. Grafik und Copyright: Airbus  

 

IN DIESEM ARTIKEL

Die International Air Transport Association (IATA) ist der wichtigste Industrieverband für die weltweite Luftverkehrsbranche. Er sieht seine Aufgabe darin, die gemeinsamen Interessen seiner 240 Mitglieder – alles Airlines – international zu vertreten und Veränderungen zum Wohle der Fluggesellschaften durchzusetzen. Standardisierung von Prozessen steht bei dem Verband oben auf der Prioritätenliste. Auf IATA-Initiative wurden beispielsweise die früher üblichen Papiertickets für Passagiere abgeschafft.

Seit langem beschäftigt sich der Verband auch mit den Umweltauswirkungen durch den Luftverkehr und hat im Jahr 2011 auf seiner Hauptversammlung in Singapur Ziele herausgegeben, die heute noch gelten, und die eine Richtung vorgeben, wie der Luftverkehr sich dem Problem des Klimawandels stellt. Der Luftverkehr ist für rund zwei Prozent des von Menschen verursachten Kohlendioxid-
Ausstoßes verantwortlich. 98 Prozent des Klima-schädigenden Gases werden von anderen Quellen erzeugt. Dieser Anteil ist über die vergangenen 20 Jahre konstant geblieben. Der Weltklimarat „IPCC“ (Intergovernmental Panel for Climate Change) geht davon aus, dass dieser Anteil im schlimmsten Fall 2050 auf drei Prozent steigen könnte. Allerdings ist der Luftverkehr Hauptverursacher von CO2 in großer Höhe.

FR 05-2014 Grafik Luftfahrtemissionen

Grafik und Copyright: FLUG REVUE  

 

Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, hat die IATA mehrere strategische Ziele herausgegeben, die 2011 in einer „Vision 2050“ veröffentlicht wurden. Ökologie und Ökonomie gehen beim Luftverkehr Hand in Hand. Ein geringerer Treibstoffverbrauch der Flugzeuge führt zu geringeren Betriebskosten der Airlines und zu einem reduzierten CO2-Ausstoß, was wiederum dem Klima zugutekommt. Die IATA hat ihre Strategie gegen den Klimawandel sehr konkret formuliert und belässt es nicht bei wachsweichen Absichtserklärungen. So hat sie das klare Ziel ausgegeben, dass die Treibstoffeffizienz von Verkehrsflugzeugen zwischen 2011 und 2020 pro Jahr um 1,5 Prozent gesteigert werden soll. Bei diesem Ziel ist der Luftverkehr auf einem guten Weg. Während 2012 – das sind die aktuellsten verfügbaren Daten – die geleisteten Passagierkilometer im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent stiegen, erhöhten sich die Luftverkehrsemissionen lediglich um 1,4 Prozent.

Von 2020 an will die IATA, dass der Luftverkehr klimaneutral wächst. Das heißt: Egal, wie stark die Zahl der Flüge im gewerblichen Luftverkehr zunimmt, der Ausstoß an CO2 soll nicht mehr wachsen. Dieses Ziel wurde als Akronym CNG2020 veröffentlicht. Es ist ein durchaus ehrgeiziges Vorhaben, das aber nur gelingen kann, wenn alle am Luftverkehr Beteiligten mitmachen.


WEITER ZU SEITE 2: Vier Säulen für klimaneutrales Wachstum des Luftverkehrs

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Volker K. Thomalla


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