02.07.2013
aero.de

Mehdorn soll airberlin Millionenvergleich angeboten haben

BER-Chef Hartmut Mehdorn soll seinem ehemaligen Arbeitgeber airberlin eine Millionenentschädigung für die verzögerte Inbetriebnahme des Airports angeboten haben.

Dies berichtet die "BILD"-Zeitung unter Berufung auf einen Brief Mehdorns an airberlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer. Ein tatsächliches Angebot an airberlin stünde im Widerspruch zu Mehdorns Versprechen, sich aus Schadensersatzverhandlungen rauszuhalten.

Denn im November 2012 hatte Mehdorn - damals noch Vorstandschef von airberlin - selbst die Klage eingereicht, mit der die Airline eine Schadensersatzpflicht des Flughafenbetreibers gerichtlich feststellen lassen will. Nach dem Anfang März vollzogenen Jobwechsel drohte Mehdorn aus dieser Klage ein offensichtlicher Interessenkonflikt.

Das Verfahren werde daher auch nicht über seinen Schreibtisch gehen, hatte Mehdorn klar gestellt. Dennoch soll der Manager im Mai die Fühler in Richtung airberlin ausgestreckt haben, um die Möglichkeiten eines Vergleichs zu erörtern.

"Die FBB ist an einer gütlichen Beilegung der Rechtsstreite interessiert. Allerdings können wir nicht auf alle Ihre Forderungen eingehen", zitiert "BILD" aus dem Schreiben. Mehdorn habe seinem Nachfolger unter anderem eine Barentschädigung in Höhe von zehn Millionen Euro und Werbeflächen am neuen Airport im Wert von weiteren zwei Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Ein solches Angebot könnte Mehdorn in Bedrängnis bringen, denn es scheint nicht im Vorfeld mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats abgesprochen gewesen zu sein. Aufsichtsratchef Matthias Platzeck soll Mehdorn nach Kenntnis von dem Brief umgehend zurückgepfiffen haben.

Gegenüber der Zeitung wiegelte Mehdorn ab. Er habe airberlin lediglich "schriftlich signalisiert", dass man zu einer Einigung bereit sei.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) erwartet, dass Airlines noch hohe Millionenforderungen gegen den Airport stellen werden. "Wenn Sie insgesamt einen Strich drunter ziehen, was es alles an Mehraufwendungen gegeben hat (...), dann kann das leicht ein dreistelliger Millionenbetrag sein", äußerte sich BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch im Januar.

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aero.de / Dennis Dahlenburg


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