06.08.2015
FLUG REVUE

Flaperon einer Boeing 777? MH370: Noch keine Klarheit

Am Mittwoch hat in einem Labor des französischen Verteidigungsministeriums in Toulouse die Untersuchung des auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozeans gefundenen Flugzeugteils begonnen.

Boeing 777 Malaysia Airlines

Die Suche nach Flug MH370 kommt auch nach dem Fund eines Wrackteils nur langsam voran. Unser Archivbild zeigt eine Boeing 777, wie sie seit einem Jahr vor Australien vermisst wird. Foto und Copyright: Malaysia Airlines.  

 

Der französische Staatsanwalt Serge Mackowiak sagte am Mittwochabend in Paris, Boeing-Experten hätten bestätigt, dass das in der vergangenen Woche auf La Réunion geborgene Flugzeugteil zu einer Boeing 777 gehöre. Malaysia Airlines habe bestätigt, dass technische Eigenschaften des Wrackteils "mit ihren üblichen Wartungsmerkmalen" übereinstimmten. Damit gebe es eine "sehr starke Vermutung", dass es sich um ein Teil des vermissten Fluges MH370 handeln könnte, so der Staatsanwalt.

Die französischen Behörden bestätigen damit ausdrücklich noch nicht, dass ein endgültiger Nachweis schon erbracht ist. Eine Seriennummer zur Bestimmung der Herkunft des individuellen Bauteils wurde offenbar noch nicht gefunden. Man warte weitere Analysen ab, die am Donnerstag begännen und deren Ende noch nicht absehbar sei, so die Staatstanwaltschaft in Paris. Man werde eventuelle Erkenntnisse so schnell wie möglich veröffentlichen.

Dagegen behauptete Malaysias Premierminister Najib Razak schon eine Stunde vor der Äußerung der französischen Staatsanwaltschaft am Mittwoch, das gefundene Flugzeugteil sei erwiesenermaßen ein Teil von Flug MH370. "Ich hoffe, dass diese Bestätigung, auch wenn sie tragisch und schmerzhaft ist, den Angehörigen Gewissheit verschafft."

Bei dem mit Muscheln bewachsenen, auf La Réunion gefundenen Flugzeugteil scheint es sich um ein Querruder mit Landeklappenfunktion, ein sogenantes Flaperon, zu handeln. Im Internet veröffentlichte Fotos des Wrackteils deuten anhand der allgemeinen Teilenummer für den Einbauort auf ein inneres Querruder vom rechten Flügel einer Boeing 777 hin, dessen Befestigung am Flügel abgerissen oder abgebrochen ist. Der weit entfernte Fundort des Wrackteils, ein Jahr nach dem mutmaßlichen Absturz, ließe sich durch Meeresströmungen erklären, die von der Westküste Australiens vor die afrikanische Ostküste führen. Seit dem 8. März 2014 ist die Boeing 777-200ER mit allen Insassen verschollen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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