15.02.2013
aero.de

Neue American Airlines blickt nach Asien

Am Valentinstag ist in den Vereinigten Staaten der Grundstein für einen neuen Airlinegiganten aus American Airlines und US Airways gelegt worden.

American Airlines Boeing 737-800

Laut der neuesten Boeing-Verkaufsübersicht hat American Airlines in der vergangenen Woche ihren bereits angekündigten Großauftrag bindend unterzeichnet. Dazu gehören 100 Boeing 737. Foto und Copyright: Boeing  

 

Nach der frühzeitig eingeholten Billigung des Vorhabens durch das fliegende Personal rechnen die Konzernlenker Doug Parker und Tom Horton mit keinen größeren Stolpersteinen mehr. Schon im dritten Quartal soll die Fusion zur größten Fluggesellschaft der Welt über die Bühne gehen.

Obwohl die neue American Airlines - die Marke US Airways wird aufgegeben - mit täglich 6.700 Flügen die klare Nummer Eins am Himmel sein wird, muss der Konzern dann eine Aufholjagd starten.

Durch die Zusammenlegung der Flugbetriebe wird American Airlines ihren Kunden zwar relativ schnell das engmaschigste Liniennetz innerhalb der Vereinigten Staaten anbieten. Auf der Langstrecke muss der neue Konzern hingegen erst Boden auf die Konkurrenz gut machen.

Delta und United haben sich nach ihren Fusionen mit Northwest Airlines beziehungsweise Continental einen deutlichen Vorsprung auf Interkontstrecken vor American Airlines und erst Recht vor der auf den Inlandsmarkt konzentrierten US Airways erarbeitet.

American Airlines-Chef Tom Horton kündigte bereits im vergangenen Dezember an, die Interkontverkehre zu stärken. Noch mitten im Insolvenzverfahren bestellte Horton hierfür neue 777-300ER Jets bei Boeing. US Airways bringt Langstreckenaufträge für 22 Airbus A350 mit in den neuen Konzern, die ab 2017 geliefert werden.

Die neuen Flugzeuge dürften vor allem nach Asien fliegen. Das Asiennetz von American Airlines, soweit man überhaupt von einem solchen sprechen kann, beschränkt sich bisher auf Flüge nach Tokio, Shanghai, Peking und seit neuestem auch nach Seoul. Die meisten Asien-Passagiere fliegt American Airlines derzeit nach Tokio, um sie dort auf einen Anschlussflug des oneworld-Partners Japan Airlines umsteigen zu lassen. Für US Airways ist Asien ein gänzlich weißer Fleck auf der Karte.

Diese Ausgangslage führt zumindest dazu, dass die neue American Airlines bei der Beantragung neuer Nonstop-Strecken nach Asien auf keine kartellrechtlichen Hindernisse stoßen dürfte. Überhaupt weisen die internationalen Strecken von Amercan Airlines und US Airways so gut wie keine Überlappungen auf und können entsprechend gut unter gemeinsamem Dach weiterentwickelt werden.

Es gab nach großen Airlinefusionen jedenfalls schon weitaus kompliziertere Vorgaben für die Streckenplaner. Das lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Schon ab 2015 rechnen American Airlines und US Airways mit Synergieeffekten von einer Milliarde US Dollar aus der Fusion - gut 90 Prozent davon sollen aus zusätzlichen Erlöspotenzialen geschöpft werden.

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aero.de / Dennis Dahlenburg


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