08.10.2013
FLUG REVUE

Antonow statt AirbusNordkorea dementiert Airbus-Beschaffungspläne

Die nordkoreanische Fluggesellschaft Air Koryo hat Berichte dementiert, sie plane eine Verjüngung mit Flugzeugen von Airbus. Die Beschaffung neuer Antonow-Passagierflugzeuge werde jedoch fortgesetzt.

Antonow An-148 Werksanstrich

Air Koryo will weitere Antonow-Regionaljets beschaffen, hat aber derzeit keine Pläne für eine Bestellung bei Airbus. Foto und Copyright: Antonov  

 

Auf ihrer "Facebook"-Seite erklärte Air Koryo am Dienstag, die behauptete Beschaffungsabsicht von zwölf Airbus-Flugzeugen, darunter A319, A320 und A330 sei "nicht nachvollziehbar". Air Koryo könne sich weder westliche Passagierflugzeuge leisten, noch würden diese in die vorhandene Flotte passen. Der Gesamt-Kostenrahmen einer solchen Beschaffung sei zu hoch und man habe bereits ein Rahmenabkommen mit dem Flugzeughersteller UAC aus Russland für aktuelle und künftige Bestellungen geschlossen.

Am Montag hatten die deutschen Touristik-Fachzeitschriften "fvw" und "BizTravel" unter Berufung auf einen hochrangigen, nordkoreanischen Tourismusmanager gemeldet, Nordkorea habe bereits zwölf Airbus-Flugzeuge bestellt. Die neuen Jets sollten neue Routen in die EU erschließen und die Besucherzahlen von Touristen bis zum Jahr 2023 auf drei Millionen pro Jahr bringen. Angeblich bestünden bereits Pläne, Berlin, Paris, London, Moskau und Madrid anzufliegen. Die kleineren Airbus-Jets sollten auch zu weiteren Zielen in China und Südostasien verkehren.

Die EU hat Nordkorea aus Flugsicherheitsgründen auf ihre "Schwarze Liste" mit Einflugverboten gesetzt. Die beiden modernen Tupolew Tu-204 der Nordkoreaner sind hiervon jedoch ausdrücklich ausgenommen. Damit dürfte Nordkorea bereits jetzt in die EU fliegen.

Air Koryo erklärte via Facebook zu Flottenmodernisierungsplänen, sie erwarte künftig die Lieferung einer zweiten Antonow An-148-100B und einer An-158. Die Fluggesellschaft betreibt derzeit Iljuschin Il-18 (1), Il-62 (4, davon 2 in VIP-Ausführung) und Il-76 (2), Tupolew Tu-134 (1), Tu-154 (2) und Tu-204 (2), sowie Antonow An-24 (3) und An-148 (1). Die älteren Muster sollen noch mindestens 2014 im Einsatz bleiben. Sie werden auch gegen harte Währung für Gruppenreisen mit Flugzeugfans aus dem Westen eingesetzt.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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