24.06.2016
FLUG REVUE

Neuer Zweistrahler macht Produktionsfortschritte"Power on" für den ersten Airbus A350 von Lufthansa

Der erste Airbus A350-900 für Lufthansa, Werknummer MSN074, hat in Toulouse die Endmontagestation "Station 40" erreicht. Das bedeutet: Flügel, Leitwerk und Fahrwerk sind installiert, sogar der Strom an Bord fließt bereits.

Bei einem Besuch der Toulouser Endmontagelinie überzeugten sich Kapitän Martin Hoell, Leiter Flotte Interkont, und Karl-Henner Wilhelm, Leiter "EIS" (Indienststellung) A350 bei Lufthansa, in dieser Woche vom Stand der Arbeiten. Hoell wird die erste A350 auch nach München steuern. Lufthansa erwartet die erste Auslieferung im kommenden Winter.

An Bord des neuen Zweistrahlers fließt bereits der Strom, so dass die Cockpitavionik überprüft werden kann. Die endmontierte Kabine ist dagegen innen noch leer. Airbus muss derzeit wegen verspäteter Zulieferungen der "Monumente" (Küchen und Toilettenräume) Teile der eigentlich noch vor der Sektionsmontage geplanten Inneneinrichtung nachträglich vornehmen. Dazu wurde auf dem Toulouser A380-Hallenvorfeld eine zusätzliche Abstellfläche für die A350-Nachrüstarbeiten mit Zelten errichtet. In diesem Jahr sollen dennoch insgesamt 50 Airbus A350 produziert werden. Lufthansa hat 25 Flugzeuge bestellt, von denen die ersten zehn in München stationiert werden.

So sparsam wie kein anderer Flugzeugtyp

„Wir freuen uns, dass wir unseren Kunden auf Langstreckenflügen ab  München den modernsten Flugzeugtyp bieten können. Zugleich ist die A350-900 ein wichtiger Schritt in Richtung aktiver Schallschutz“, sagte Thomas Winkelmann, CEO Lufthansa-Hub München. Erste A350-Destinationen sind voraussichtlich Delhi und Boston. Das Flugzeug wird 293 Passagieren Platz bieten: 48 Gästen in der Business Class, 21 in der Premium Economy und 224 in der Economy Class.

Die A350-900 wird sukzessive die A340 ersetzen. Lufthansa hat insgesamt 25 Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 bestellt, der Listenpreis beträgt jeweils rund 310 Millionen US Dollar. Über den Einsatz der restlichen 15 Flugzeuge wird noch entschieden. Im kommenden Sommer besteht die Münchner Flotte aus insgesamt 26 Langstrecken-Flugzeugen, darunter 19 Flugzeuge vom Typ A340 und 7 Flugzeuge vom Typ A330-300.

Der Airbus A350-900 fliegt, laut Lufthansa, so sparsam wie kein anderer Flugzeugtyp. Im Schnitt werde das neue Flugzeug nur noch 2,9 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer Flugstrecke verbrauchen. Das sind rund 25 Prozent weniger als bei heute eingesetzten Modellen. Modernste Rolls Royce Trent-XWB-Triebwerke und ein aerodynamisch optimiertes Design reduzieren zudem die Geräusch-Emissionen bis weit unter die gegenwärtigen vorgeschriebenen Grenzwerte. Darüber hinaus ist es auch in der Flugzeugkabine durch neue Dämmverfahren und schallschluckende Materialien besonders leise. Die Passagiere profitieren in der A350-900 zudem von breiteren Panoramafenstern und geräumigeren Gepäckablagefächern.

Technische Daten

Technische Daten:

Triebwerk: RR Trent XWB-84

Länge: 65,26 m

Spannweite: 64,75 m

Höhe: 17,05 m

Flügelfläche: 443 m²

max. Startmasse: 268 t

Triebwerksleistung: 374 kN

Tankkapazität: 138.000 Liter

Reisegeschwindigkeit: Mach 0.85

Reichweite bei max. Nutzlast: 9500 km

Treibstoffverbrauch: etwa 2,9 Liter pro Passagier auf 100 Kilometer Flugstrecke

(26 Prozent niedriger als bei der Boeing 747-400 und 24 Prozent niedriger als beim Airbus A340-300)

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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