19.11.2012
aero.de

Qatar Airways will sich bei Cargolux zurückziehen

Das Verhältnis zwischen Qatar Airways und den übrigen Aktionären der Frachtairline Cargolux ist nach nur einem Jahr zerrüttet - die Golfairline plant jetzt den Abflug aus Luxemburg.

747 Frachter Cargolux

Cargolux, das eine 747-Frachtflotte betreibt, gehört zu 35 Prozent Qatar Airways (Foto: Cargolux)  

 

Qatar Airways habe nach einer sehr kurzen Krisensitzung der Anteilseigner am vergangenen Freitag ihren Rückzug bei Cargolux angekündigt, verlautete am Wochenende aus dem Unternehmen. Das könnte Cargolux in große Schwierigkeiten bringen.

Die Katarer wollten am Freitag Interimsdirektor Richard Forson dauerhaft als Chef von Cargolux einsetzen, scheiterten aber am Widerstand der übrigen Aktionäre. Forson war lange Jahre Finanzchef von Qatar Airways und gilt als enger Vertrauter von Qatar Airways-Chef Akbar Al-Baker.

Der Bruch war nach weniger als einer halben Stunde perfekt, nachdem Qatar Airways auch eine Aufstockung ihres 35-Prozent-Anteils an Cargolux von den übrigen Gesellschaftern versagt wurde, hieß es aus dem Unternehmen.

Qatar Airways war erst im September 2011 bei Cargolux eingestiegen. Der luxemburgische Staat hatte die Anteile ohne Ausschreibung für 117,5 Millionen Euro an die Golfairline verkauft. Größter Cargolux-Aktionär blieb mit 43,4 Prozent die teilstaatliche Luxair. Weitere Aktienpakete werden von Banken gehalten.

Das Verhältnis zwischen Qatar Airways und den anderen Anteilseignern galt schon lange als belastet. Sie hielten Qatar Airways dem Vernehmen nach vor, mit Qatar Airways Cargo die Preise von Cargolux unterboten und rentable US-Strecken zur eigenen Frachttochter verlagert zu haben. In Strategie- und Personalfragen konnten die Anteilseigner nie Einvernehmen erzielen.

Der Zeitpunkt für das Zerwürfnis mit dem Großaktionär aus den Emiraten ist für Cargolux dennoch denkbar schlecht. Das defizitäre Unternehmen benötigt nach Angaben des Management dringend eine erneute Eigenkapitalzufuhr von 200 Millionen Euro. Allein im vergangenen Geschäftsjahr hatte Cargolux einen Verlust von rund 18 Millionen Euro verbucht.

Rettung könnte jetzt die Volga Dnepr Group bringen. Die russische Frachtairline soll an einem Einstieg bei Cargolux bereits Interesse gezeigt haben.

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aero.de / Dennis Dahlenburg


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