02.07.2014
FLUG REVUE

Streit um Arbeitsbedingungen und Flugrechte eskaliertQatar droht mit Airbus-Boykott

Die Fluggesellschaft Qatar Airways aus Doha sieht sich in Deutschland starker Kritik aufgrund ihrer Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Die Airline reagierte und droht, bestellte Airbus-Flugzeuge nicht abzunehmen.

Airbus_A350_MSN4_Qatar_Sonderlackierung

Der vierte A350-Prototyp MSN4 trägt eine Sonderlackierung in den Farben des künftigen Erstbetreibers Qatar Airways. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft ver.di hatte die Arbeitsbedingungen bei der Airline aus Katar heftig kritisiert: „Fliegen Sie nicht mit Qatar Airways, solange dort Arbeitnehmer/innenrechte missachtet werden“, schrieb ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske Ende Juni in einem Brief an die Abgeordneten des Bundestags. Mit dem Brief will Bsirske auf inakzeptable Arbeitsbedingungen bei Qatar Airways aufmerksam machen. So sollen Mitarbeiterinnen von Qatar Airways im Arbeitsvertrag zu einer fünfjährigen Heiratssperre verpflichtet und gezwungen worden sein, Schwangerschaften anzuzeigen und die Kündigung zu akzeptieren, wenn sie schwanger werden. Außerdem sollen zahlreiche Fälle von willkürlichen Kündigungen, Ausgangssperren und Überwachung sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit bekannt sein. Deshalb haben der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) und die Internationale Transportarbeiterföderation (ITF) den Fall „Qatar Airways“ laut ver.di Anfang Juni bei der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organization) angezeigt.

Der Chef der Fluggesellschaft, Akbar Al-Baker, ist in der Branche als knallharter Verhandlungspartner bekannt und wies die Vorwürfe in verschiedenen Medien als unfair zurück. Sollten die Start- und Landerechte weiter beschränkt werden, droht er mit Folgen für die Bestellungen der Airline bei Airbus. „Wenn dies weiter begrenzt wird, werden wir aufhören, europäische Flugzeuge zu kaufen“, sagte er dem Handelsblatt. Qatar Airways ist Erstkunde des Airbus A350 XWB. Ende Mai 2014 betrug der Auftragsbestand der Airline bei Airbus 140 noch auszuliefernde Flugzeuge (36 A320, 14 A321, 43 A350-900, 37 A350-1000, 10 A380).

flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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