20.12.2010
FLUG REVUE

Deutsches Management-Team verlässt Safi AirwaysSafi Airways künftig ohne deutsches Management-Team

Das Management-Team von Bottomline, das bisher die Führungsmannschaft der afghanischen Airline Safi Airways gestellt hatte, hat seine Arbeit für die Fluggesellschaft beendet. Vor kurzem war dem Unternehmen, wie sämtlichen afghanischen Airlines, aus Gründen der Flugsicherheit der Einflug in die EU verwehrt worden. Deswegen setzt Safi Airways ab dem 10. Januar ihre Frankfurt-Flüge aus.<br />

Die auf Luftfahrt spezialisierte Interim-Managementgesellschaft Bottomline habe ihre Zusammenarbeit mit der afghanischen Fluggesellschaft Safi Airways beendet, teilte Bottomline am Montag mit. Bottomline und die Gesellschafter der Airline hätten unterschiedliche Vorstellungen über die künftige strategische Ausrichtung und über die Corporate Governance von Safi Airways.

Das Unternehmen stehe nach dem Ende November 2010 seitens der EU-Kommission ausgesprochenen generellen Flugverbot für afghanische Fluggesellschaften vor neuen Herausforderungen. Mit dem Safi Airways-Liniendienst von Frankfurt nach Kabul sei am 15. Juni 2009 die einzige kommerzielle Nonstopverbindung seit 30 Jahren zwischen Deutschland und Afghanistan gestartet worden.

Bottomline werde von den Airline-Managern Werner Borchert (Deutschland), Claus Fischer (Deutschland) und Tom De Geytere (Luxemburg) geführt. Ihre Kernkompetenz sei die Restrukturierung defizitärer Fluggesellschaften, indem sie im Team für maximal zwei Jahre die Vorstandsverantwortung in den Positionen CEO, COO, CFO und CCO übernähmen. Mit diesem Modell sei es gelungen, Safi Airways zur führenden afghanischen Fluggesellschaft zu entwickeln.

Die Flugauslastung habe von ursprünglich etwa 40 Prozent auf konstant über 73 Prozent erhöht werden können, sodass erstmals in der Unternehmensgeschichte über mehrere Monate hinweg ein operativer Gewinn habe erzielt werden können.
 
Wichtige Etappen bei der Sanierung von Safi Airways seien die Aufnahme elektronischer Buchungssysteme, die Einführung von Yield-Management und der Abschluss von Interline-Vereinbarungen mit einer Reihe renommierter Fluggesellschaften wie Lufthansa, Delta Air Lines, United Airlines und Emirates gewesen. Damit habe Bottomline ebenso neue Standards in der afghanischen Luftfahrt gesetzt, wie durch die strikte Einhaltung westlicher Sicherheitsstandards und durch Pünktlichkeit bei über 95 Prozent der Flüge.

Außerdem zeichne das Managerteam für die erfolgreiche Umstellung der Flotte auf moderne Jets des Typs Airbus A340/A320 sowie für einen neuen Markenauftritt von Safi Airways verantwortlich. Es sei das erste Mal in 30 Jahren, dass westliches Fluggerät für Afghanistan geleast werden konnte.

Werner Borchert, Gesellschafter von Bottomline, sagte: „Unser Ziel in den vergangenen zwei Jahren war es, Safi Airways auf Basis westlicher Sicherheitsstandards operativ profitabel zu machen. Dies ist uns gelungen. Die Airline ist mittlerweile wirtschaftlich gut aufgestellt und hat, trotz der neuen Herausforderungen durch das EU-Einflugverbot für afghanisch registrierte Flugzeuge, vielversprechende Zukunftsaussichten. Deswegen hat sich unser Partner Claus Fischer – obwohl er sein Amt als CCO bei Safi niedergelegt hat – auch dazu bereit erklärt, den fast abgeschlossenen Migrationsprozess auf ein neues Inventory (Flotte) in den nächsten Wochen abschließend zu begleiten. Grundsätzlich bedauern wir es sehr, dass mit den Gesellschaftern der Airline nicht eine gemeinsame Strategie erarbeitet werden konnte.“

Wegen der EU-Einflugsperre und den Schwierigkeiten, Ersatzflugzeuge zu leasen, teilte Safi Airways am Montag mit, dass sie ab dem 10. Januar 2011 ihre Flüge zwischen Frankfurt und Kabul vorübergehend einstelle.

Hamid Safi, Executive Director von Safi Airways: „Wir prüfen alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, einschließlich die Beantragung einer ausländischen Betriebsgenehmigung. Da dieser Prozess Zeit in Anspruch nimmt und wir unseren Kunden jegliche Unsicherheiten ersparen wollen, haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, den Linienflugverkehr zwischen Frankfurt und Kabul bis auf Weiteres auszusetzen. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer dauerhaften Lösung. Gleichzeitig weisen wir Passagiere darauf hin, dass wir die Strecke von Dubai nach Kabul zwei Mal täglich bedienen.“

Um bereits gebuchte Flüge, insbesondere über die aktuell stark nachgefragten Feiertage und während der Ferienzeit durchführen zu können, führe Safi Airways derzeit Direktverbindungen von Frankfurt nach Kabul mit einem geleasten Flugzeug unter europäischer Registrierung durch oder buche Passagiere auf alternative Flüge via Dubai um, um eventuelle Unannehmlichkeiten zu minimieren.


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