28.08.2014
FLUG REVUE

Vereinigung Cockpit drohtGermanwings streikt am Freitag

Vor einer neuen Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt bei Lufthansa hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit mit Streiks bei Germanwings am Freitag gedroht. Lufthansa und Germanwings erwarten, dass es tatsächlich dazu kommt und bemühen sich bereits um Schadensbegrenzung.

Germanwings Airbus A319 am Boden rollend neue Lackierung

Die Flugzeuge von Germanwings könnten wegen eines angedrohten Pilotenstreiks am Freitag am Boden bleiben. Foto und Copyright: Germanwings  

 

Die Vereinigung Cockpit (VC) plane für den morgigen Freitag, den 29. August 2014, Arbeitskampfmaßnahmen bei der Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. Bestreikt würden alle Germanwings-Flüge am 29. August 2014 im Zeitraum von 6.00 Uhr bis 12.00 Uhr mit Abflügen von allen deutschen Flughäfen. Mit diesem Streik solle ein neuer "Tarifvertrag Übergangsversorgung" erreicht werden.

Dabei geht es um eine Fortsetzung der bei Lufthansa gewährten Übergangszahlung in Höhe von rund 60 Prozent des letzten Gehalts für Piloten, die mit 55 Jahren aus dem Dienst ausscheiden, bis das Rentenalter erreicht wird. Lufthansa argumentiert, diese für das Unternehmen kostspielige Übergangsversorgung sei nicht mehr nötig, da die EU die frühere Altersgrenze von 55 Jahren für Piloten gekippt habe. Diese dürften und könnten damit länger arbeiten.

Die Vereinigung Cockpit erklärte, sie erwarte bei einer neuen Verhandlungsrunde am Donnerstag die Korrektur der vom Management bislang erhobenen tiefgreifenden Forderungen. Sollte eine Einigung erfolgen, werde es nicht zum Streik kommen. Die VC bedauere mögliche Unannehmlichkeiten für die Kunden der Germanwings.

UPDATE:
Lufthansa teilte am Mittag mit, dass der Streik nicht mehr abgewendet werden könne. Die von der Gewerkschaft vorab geforderte Einigung könne nicht an einem einzigen Tag erreicht werden. Das Unternehmen stelle sich auf den Streik bei Germanwings am Freitag ein, der genau auf das Ferienende in Thüringen und Sachsen falle.

UPDATE 2:
Germanwings teilte mit, dass 116 von 164 Flügen ausfielen. Betroffen seien rund 15000 Fluggäste. Von Eurowings beflogene Strecken seien nicht betroffen. Deren Personal streike nicht. Fluggäste sollen sich auf der Germanwings-Webseite über ihren Flugstatus informieren. 
Betroffen seien vor allem innerdeutsche Flüge. Die Flüge in die Urlaubsgebiete würden dagegen stattfinden, dafür setze Germanwings zum Beispiel Piloten ein, die normalerweise im Management der Airline tätig seien. Ferner miete Germanwings Flugzeuge bei anderen Fluggesellschaften an, um ihre Gäste aus den Urlaubsgebieten zurückholen zu können, oder um sie in den Urlaub zu fliegen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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