19.08.2015
FLUG REVUE

Simulator-"Geschlechtsumwandlung" mit EASA-ZulassungSwiss Aviation Training baut A330-Simulator in 777-300ER um

Ab 2016 erhält Swiss ihr neues Flaggschiff Boeing 777-300ER. Das passende Trainingsgerät für den neuen Zweistrahler bauten sich die Eidgenossen kostengünstig aus einem vorhandenen Simulator für den Airbus A330 um.

Boeing 777-300ER Simulator Swiss Aviation Training Umbau aus A330

Das neue 777-Cockpit beim Einbau in den vorhandenen A330-Simulator. Foto und Copyright: Swiss Aviation Training  

 

Swiss AviationTraining (SAT) habe den EASA-zertifizierten Umbau-Flugsimulator der kommenden Boeing 777-300ER-Kundenausführung von Swiss in den SAT-Gebäuden in Zürich-Kloten an die Trainingsoperation von Swiss übergeben, teilte SAT am Dienstag mit. Weltweit einzigartig sei der rund viermonatige Umbau eines bestehenden Airbus- zu einem Boeing-Simulator. „Für das Training der Crews suchen wir stets die besten Lösungen und damit einhergehend nicht nur betriebswirtschaftliche und ökonomische, auch ökologische, flexible und vor allem sichere Trainingsangebote“, sagte Marcel Witzig, CEO von SAT, beim Einweihungsevent am Dienstag. 

Der Simulator musste schon vor dem Bau des realen Swiss-"Masterflugzeuges" konzipiert, geplant und gebaut werden, also in einer Zeit, in der die endgültige Swiss-Konfiguration des Flugzeuges noch nicht bekannt war. „Heute wissen wir, dass die Konfiguration des Simulators zu 99.9 Prozent der Boeing 777-300ER der ersten Swiss-Flugzeuge entspricht“ so David Birrer, COO von SAT. „Die Pilotencrews werden im Training also die gleichen Möglichkeiten vorfinden wie im Flugzeug. Die üblicherweise notwendige Differenzschulung zum Trainieren der Unterschiede von Flugzeug und Simulator kann entfallen und steigert die Trainingseffektivität enorm."

Nebst der Möglichkeit einer Simulation der automatisierten Kommunikation zwischen dem Flugzeug mit der Flugverkehrs- und Bodenleitstelle ist neu das „iBag“ eingebunden, welches eine Weiterentwicklung des EFB (Electronic Flight Bag) auf Basis eines iPads darstellt. Das „iBag“ dient zur erleichterten, papierlosen Informationsverwaltung und ersetzt den Crew-Koffer eines Piloten. Das Sichtsystem ist mit der aktuellsten Technologie (Tropos 6000 XR) ausgestattet und ermöglicht mit seinen integrierten, hochauflösenden Satellitenbildern äusserst realitätsnahes Training. Tests der letzten Wochen lassen laut SAT eine hohe technische Einsatzzuverlässigkeit des Simulators erwarten. 

Mit einer Projektlaufzeit von 24 Monaten wurden insgesamt sechs Tonnen neues Material für den 777-Simulator eingebaut. In 26 grossen Kisten wurden insgesamt rund neun Tonnen der ausgebauten A330/340-Simulatorteile, darunter die Airbus-Sidesticks, die nun durch elektronische Boeing-Steuerhörner ersetzt wurden, zu CAE zur Wiederverwendung versandt. 11 Kilometer Kabel wurden entfernt und Dank neuester Technologie mit lediglich 6 Kilometer ersetzt. Nebst Boeing, CAE, SWISS und SAT waren acht weitere Unternehmen mit insgesamt 60 Mitarbeitern Teil des Projekts. „Dank weitreichender Erfahrung von Umrüstungsprojekten, wie die letztjährige, umfangreiche Aufrüstung des Airbus A320-Simulators auf den Standard 2.3, und den kompetenten Partnern von Boeing, CAE und SWISS, konnte SAT dieses Projekt professionell und erfolgreich umsetzen“, so Graham Egerton, Simulator-Ingenieur und Projektleiter des Simulatorumbaus.

Nebst dem 777-Flugsimulator bietet SAT auch das Training auf dem 777-IPT (Integrierter Prozess Trainer) an. Im August wird ein CEET (Cabin Emergency Trainer) vom gleichen Flugzeugmuster für das Training der Kabinencrews eingerichtet, welcher im Oktober 2015 eingeweiht wird, gefolgt von einem Servicetrainer, der im Januar 2016 bereit für das Training sein wird.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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