03.02.2012
FLUG REVUE

Malév stellt den Flugbetrieb einUPDATE: Malév stellt Flugbetrieb ein

Die ungarische Fluggesellschaft Malév hat am Freitag Morgen ihren Flugbetrieb wegen finanzieller Probleme eingestellt. Nachdem die Regierung das Traditionsunternehmen Ende Januar unter Gläubigerschutz gestellt hatte, verlangten viele Geschäftspartner Vorkasse. Unterdessen hat Lufthansa angekündigt, ihre Flüge nach Budapest aufzustocken. Ryanair will in Budapest sogar eine neue Basis eröffnen.

Der Malév-Vorstand habe beschlossen, dass die ungarische nationale Fluglinie den Betrieb am 3. Februar um 6.00 Uhr einstelle, teilte Malév am Freitag mit. Nach fast 66 Jahren ende damit der bislang ununterbrochene Betrieb des Traditionsunternehmens.

Trotz harter Arbeit und ungebrochenen Passagierandrangs hätten die Partner ihr Vertrauen verloren und von einem Tag auf den anderen Vorauszahlungen für die erbrachten Leistungen verlangt. Dies habe den Mittelabfluß beschleunigt und zu einer unhaltbaren Situation geführt. 
Nach Angaben der Luftfahrtallianz oneworld habe dazu auch die jüngste EU-Entscheidung beigetragen, Malév zur Rückzahlung von ihr in der Vergangenheit unzulässig gewährten ungarischen Staatshilfen zu zwingen.

Vor diesem Hintergrund habe das Board entschieden, den Flugbetrieb einzustellen. Für Fluggäste gebe es folgende Kundendienst-Telefonnummern: Aus Ungarn 06-40-21-21-21 und aus dem Ausland: +36-1-802-11-11.

UPDATE:
Lufthansa stocke kurzfristig ihre Verbindungen in die ungarische Hauptstadt Budapest auf, teilte die Fluggesellschaft am Freitag mit. Bereits ab dem 6. Februar 2012 werde zusätzlich ein täglicher Flug von Hamburg und von Berlin aus nach Budapest starten. Ab dem Sommerflugplan 2012 würden dann sogar zwei tägliche Verbindungen ab Hamburg angeboten.
Hamburg hatte mit dem Malév-Betriebsstopp seinen bislang einzigen Budapest-Direktflug verloren.

Ryanair gab am Freitag bekannt, dass man ab dem 17. Februar 2012 eine "Basis" in Ungarns Hauptstadt eröffne. Gemeinsam mit der ungarischen Regierung und dem Budapest Airport habe Ryanair einen Notfallplan ausgearbeitet. Dieser Plan sehe vor, dass ab Mitte Februar zunächst zwei Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 in Budapest stationiert würden. Ab dem Sommerflugplan folgten zwei weitere Boeings, welche zusammen künftig 31 Strecken bedienen sollen, darunter auch wöchentlich von Karlsruhe/Baden-Baden, Lübeck und Memmingen. Aktuell werde dieser Rettungsplan noch mit der ungarischen Regierung und dem Flughafen in Budapest verhandelt. Mit erwarteten zwei Millionen Passagieren pro Jahr werde Ryanair etwa 2000 Arbeitsplätze für den Airport und die Region rund um Budapest schaffen. 

Ryanair, beschäftige derzeit bereits rund 700 ungarische Piloten sowie ungarisches Kabinenpersonal und wolle für alle Malév-Piloten, das Kabinenpersonal sowie Ingenieure einen offenen Bewerbungstag veranstalten, um das in Zukunft benötigte Personal so schnell wie möglich einstellen zu können.

 

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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