17.06.2014
FLUG REVUE

Streit um ausgeflaggte CockpitbesatzungenKongress will US-Flüge von Norwegian untersagen

Eine Gruppe von US-Kongressabgeordneten will die USA-Flüge von Boeing-Kunde Norwegian Air Shuttle untersagen. Die Norweger verstießen durch das Ausflaggen ihres Langstrecken-Flugbetriebs nach Irland und der Cockpitbesatzungen nach Singapur gegen eine transatlantische Luftfahrt-Klausel, die das Unterbieten der üblichen Gehälter in EU und USA verbiete.

Norwegian Boeing 787

Die Ausweitung der seit einem Jahr durchgeführten USA-Flüge von Norwegian Air Shuttle bekommt politischen Gegenwind durch den US-Kongress. Foto und Copyright: Norwegian  

 

Die von den beiden Abgeordneten Lynn Westmoreland und Peter DeFazio im US-Repräsentantenhaus eingebrachte Initiative will Norwegian die geplanten US-Flüge wegen der geplanten Beschäftigungsbedingungen des Personals untersagen lassen. Das US-Verkehrsministerium solle den Norwegern die beantragten Streckenrechte in die USA verwehren. Die Niedrigpreisfluggesellschaft Norwegian Air Shuttle hatte geplant, das Personal ihrer irisch registrierten Langstreckentochter Norwegian Air International über eine Personalservicefirma in Singapur zu beschäftigen und in Thailand zu rekrutieren, zu Gehältern weit unterhalb der in Norwegen üblichen Sätze.

Die amerikanischen Politiker beanstanden, dass damit gegen ein transatlantisches Abkommen zwischen den USA und der EU verstoßen werde, dass jegliche Unterwanderung der beiderseits üblichen Beschäftigungsstandards im Transportwesen untersage. Damit sollen einseitige und unfaire Handelsvorteile vermieden werden. Norwegian hatte bereits eine Betriebslizenz der irischen Behörden erhalten, obwohl von Irland aus zunächst kein Langstrecken-Flugbetrieb geplant ist. Besonders pikant wird der Streit, weil Norwegian mit der Boeing 787-8 ein amerikanisches Produkt gekauft hat, das auf den US-Routen hätte eingesetzt werden sollen.

Norwegian widersprach den Vorwürfen. Man habe Irland lediglich als legalen EU-Sitz der Langstreckentochter ausgewählt, um EU-Verkehrsrechte nutzen zu dürfen. Auch US-Airlines beschäftigten teilweise schlechter bezahltes Personal aus Südamerika. Dagegen stelle Norwegian zur Zeit auch Piloten in den USA ein, die besser als ortsüblich bezahlt würden.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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