04.10.2016
FLUG REVUE

Widerstand gegen airberlin-Restrukturierungsplanver.di lehnt TUIfly-Verkauf ab

Die Gewerkschaft ver.di lehnt den geplanten Verkauf von TUIfly an eine neue Holding ab. Im Zuge der airberlin-Restrukturierung sollte die Airline angeblich in einem neuen Unternehmen mit Etihad-Beteiligung aufgehen.

TUIfly Boeing 737 Next generation

Die Gewerkschaft ver.di hat gegen einen geplanten TUIfly-Verkauf Widerstand angekündigt. Foto und Copyright: TUI  

 

ver.di lehne den Verkauf und die Eingliederung des Ferienfliegers TUIfly in ein Holdingmodell unter Führung der Fluggesellschaft Etihad sowie Einschnitte zulasten der Beschäftigten in diesem Zusammenhang ab, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. Das Vorgehen des TUI-Managements sei "fragwürdig, riskant und vollkommen intransparent", kritisierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle: „Mit den Geheimverhandlungen zum Verkauf der TUIfly ins Ausland führt die TUI AG nicht nur frühere Sparpakete und Personalabbaurunden ad absurdum, sondern verunsichert Beschäftigte und Kunden gleichermaßen.“

Zuvor war bekannt geworden, dass TUIfly dem Vernehmen nach in ein Holdingmodell unter Führung des airberlin-Anteileigners Etihad eingebracht werden soll, an dem die TUI AG – direkt oder indirekt – weniger als 25 Prozent der Anteile halten soll. Dabei könnte TUIfly in die österreichische Airline Niki eingegliedert werden. Angesichts der mehr als 20 Prozent niedrigeren Löhne bei Niki drohe nun die Gefahr von Lohndumping bei TUIfly, sagte Behle weiter.

„Die Belegschaft ist zutiefst verunsichert. Es hat im Vorfeld keine Einbindung von Betriebsräten, Personalvertretungen oder Gewerkschaft gegeben“, betonte Behle. Völlig offen sei zudem die Zukunft der Verwaltung und der Technik in Deutschland: „Hier verlangen wir Antworten. Bei einem Lohnkostenanteil von nur etwa 16 Prozent bei TUIfly können von der Belegschaft keine weiteren Einschnitte verlangt werden. Die Beschäftigten haben genug Opfer gebracht. Jede Maßnahme in diese Richtung lehnen wir ab“, stellte Behle klar.

Unterdessen teilte airberlin mit, dass sie die "konstruktiven Gespräche" mit ihren Betriebsräten fortsetze. Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells habe airberlin die Gespräche mit ihren Betriebsräten aufgenommen. In einem ersten Schritt habe das Management am 29. September 2016 die Betriebsgremien der Zentrale über das detaillierte Paket der geplanten Maßnahmen informiert. Zu der Unterrichtung des Betriebsrats gebe es nach den umfangreichen Informationsveranstaltungen für alle Mitarbeiter inzwischen ein konstruktives Feedback. Die Betriebsräte der airberlin Zentrale hätten signalisiert, dass sie sich konstruktiv mit dem vorgelegten Maßnahmenpaket befassen wollten, um durch eine erfolgreiche Restrukturierung die Zukunft der neuen airberlin zu sichern.

Der nächste Schritt betreffe die Tochtergesellschaft airberlin technik mbH (ABT) in Düsseldorf. airberlin hat die zuständigen Gremien der Betriebsräte informiert, dass sie am 5.Oktober 2016 die offizielle Unterrichtung über den gesamten Umfang der für die ABT geplanten Maßnahmen für alle Standorte erhalten werde. Damit seien auch für die ABT die Voraussetzungen für die Aufnahme der Sozialplanverhandlungen erfüllt.

airberlin hatte Ende September ein umfangreiches Restrukturierungskonzept angekündigt. Dabei sollen bis zu 40 Flugzeuge mit Besatzungen an Eurowings verleast werden, 1200 Stellen in der Verwaltung abgebaut werden und eine neue Marke für die touristische Mittelstrecke gegründet werden, an der sich auch TUIfly beteiligen will.



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