23.07.2013
aero.de

Virgin Atlantic hadert mit A380-Bestellung

Virgin Atlantic ist sich ihres A380-Auftrags nicht mehr sicher. Airbus werde das erste von sechs bestellten Flugzeugen nicht 2017, sondern erst 2018 liefern, zitiert "Bloomberg" Virgin Atlantic-Vorstandschef Craig Kreeger.

Virgin Atlantic war im Jahr 2000 einer der ersten A380-Besteller und wollte das Flugzeug eigentlich schon seit 2006 nutzen. Mehrfach nachvereinbarte Liefertermine und eine neue Flottenstrategie stellen eine A380-Zukunft bei Virgin in Frage.

Auch Kreeger schließt nicht aus, den Vertrag mit Airbus komplett aufzulösen. Die A380 sei "keine eindeutige Entscheidung" für Virgin, sagte der Manager "Bloomberg". Das Flugzeug eigne sich insbesondere für den Einsatz in großen Hubnetzen, die Virgin nicht betreibe.

Im Dezember übernahm der US-Branchenriese Delta 49 Prozent der Virgin-Aktien von Singapore Airlines. Wenige Tage nach dem Deal wurde Kreeger neuer Chef der allianzfreien Virgin Atlantic. Die Partnerschaft mit Delta will man in London nutzen, um weitere Punkt-zu-Punkt-Verkehre von Großbritannien in die Vereinigten Staaten aufzubauen.

Die A380 sollte eigentlich Flugzeuge der 747-400 Jumboflotte von Virgin ersetzen. Inzwischen plant Virgin ihre Strecken aber lieber mit mittelgroßen Langstreckenjets wie der Boeing 787-9 und dem Airbus A330-300. Möglicherweise wird Virgin vor diesem Hintergrund versuchen, die A380-Bestellung in einen Auftrag für die kleinere A350 XWB umschreiben zu lassen.

Airbus liegen 262 verbindliche Aufträge für die A380 vor. 105 ihrer Superjumbos hat die EADS-Tochter bereits an ihre Betreiber ausgeliefert. Im Orderbestand verstecken sich zudem faule Aufträge, die Airbus wohl alsbald ausbuchen wird: die behördlich stillgelegte Kingfisher wird noch als Kunde von fünf A380 geführt. Auch zehn A380-Bestellungen von Hong Kong Airlines sollen auf der Kippe stehen.



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