10.04.2013
aero.de

Virgin Atlantic setzt zum Frontalangriff auf British Airways an

Virgin Atlantic fliegt Kurzstrecke. Am Montag startete die "Little Red", unter dieser Marke firmieren die Europaflüge, zum ersten Mal von London Heathrow ins schottische Edinburgh.

Anfangs wird die kleine Rote mit 26 täglichen Flügen Edinburgh, Aberdeen und Manchester an die Virgin-Langstrecke in Heathrow anbinden. Airlinegründer Richard Branson sandte zur Aufnahme der Flüge eine besondere Botschaft in Richtung British Airways.

"Stiff Competition" ("harter Wettbewerb") blitzte - gedruckt auf die Vorderseite seiner Unterhose - auf, als Branson seinen Kilt vor den anwesenden Medienvertreter kurz lüftete.

Auf die Chance, mit seinem Erzrivalen British Airways in härteren Wettbewerb zu treten, musste Branson gut 30 Jahre warten. Als Folge knapper Slots am Flughafen Heathrow blieben die Pläne für eigene Feederstrecken bei der allianzfreien Virgin Atlantic lange in der Schublade. "Erst mit dem Untergang von British Midland sind ein paar Krümel auf den Tisch gekommen", sagte Branson.

Aus diesen Krümeln soll der neue Virgin Atlantic-Chef Craig Kreeger das Maximum herausholen. Der frühere American Airlines-Manager löste am 01. Februar Virgin-Urgestein Steve Ridgway ab. Bei American Airlines zeichnete Kreeger für die Beziehungen zu Partnerairlines verantwortlich - eine Qualifikation, die ihm den neuen Job bei Virgin einbrachte.

Pünktlich zum Start der Inlandsflüge beantragten Virgin Atlantic und ihr neuer Großaktionär Delta am Montag eine Kartellgenehmigung für ein Transatlantik-Joint Venture. Virgin will ihre Heathrow-Slots so an das US-Netz von Delta anbinden, um jenseits des Atlantik für Passagiere attraktiver zu werden.

Am Flughafen Heathrow würden 60 Prozent aller Slots von den oneworld-Airlines British Airways und American Airlines kontrolliert, argumentieren Virgin und Delta in ihrem Antrag. Vor diesem Hintergrund sollten auch Virgin und Delta ihre Preise und Flugpläne miteinander abstimmen dürfen, lautet die Logik.


Virgin sucht Verbindung mit Air France-KLM
Delta hatte im Dezember angekündigt, 49 Prozent der Virgin-Aktien zu übernehmen. Die Anteile stammen von Singapore Airlines und sollten für 360 Millionen US Dollar den Besitzer wechseln.

Mit dem SkyTeam-Anker Delta im Rücken ist es naheliegend, dass Virgin ihre Fühler nun auch in Richtung Air France-KLM ausstreckt. "Wir brauchen mehr Strecken nach Paris und auch in den Rest Europas", zitiert das "Wall Street Journal" (Dienstag) Branson. "Gespräche mit Air France-KLM haben wir auf der Liste stehen."

Virgin Atlantic flog im letzten Geschäftsjahr 2011/2012 mit 5.4 Millionen Passagieren einen operativen Verlust von 80.2 Millionen GBP (94,0 Millionen EUR) ein. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen die Verluste mit Hilfe der neuen Partner auf beiden Seiten des Atlantik abgebaut werden, sagte Kreeger dem "Wall Street Journal".

Little Red fliegt mit geleasten Airbus A320. Auf der Langstrecke ersetzt Virgin ihren Markenträger, die Boeing 747-400, und die Airbus A340-Flotte in den kommenden Jahren durch kleineres Fluggerät. Die Airline erhielt 2011 ihre erste A330-300 von Airbus. Im Spätsommer 2014 erwartet Virgin die erste von 16 Boeing 787-9 in ihrer Flotte.



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