07.09.2012
FLUG REVUE

BER soll nun am 27. Oktober 2013 öffenenBER soll nun am 27. Oktober 2013 öffnen

Nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag ist klar: Bis zur Eröffnung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg wird ein weiteres Jahr vergehen. Die Mehrkosten des Desasters summieren sich auf „bis zu“ 1,2 Milliarden Euro.

BER Juni 2012

Im Herbst 2012 sollen die Bauarbeiten auf dem Flughafen Berlin Brandenburg wieder starten (Foto: BER).  

 

Der neue Technische Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Horst Amann, sagte, dass zunächst die restlichen Ausführungspläne erstellt werden müssen. „Ab Herbst“ könnten dann die derzeit brachliegenden Bauarbeiten wieder starten. Sie sollen „mit kleineren Puffen“ bis Sommer 2013 abgeschlossen sein, so dass die behördlichen Abnahmen für eine mehrmonatige Inbetriebnahmephase inklusive Probebetrieb erfolgen können.

Zweiter wichtiger Punkt auf der Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung war das Finanzierungskonzept für BER, dem die Pleite drohte. Der zusätzlicher Kapitalbedarf wird nun auf „bis zu 1,2 Mrd. Euro“ taxiert. Wie das Geld beschafft werden soll scheint noch unklar. „Der Aufsichtsrat empfiehlt der Gesellschafterversammlung, Beschlüsse herbeizuführen, wie der Kapitalbedarf gedeckt werden kann. In den kommenden Tagen soll das Finanzierungskonzept zur Notifizierung bei der Europäischen Kommission angemeldet werden“ hieß es.

Die Mehrkosten schlüsseln sich nach Informationen des Aufsichtsrats wie folgt auf: Bisherige Bau-Mehrkosten:  276 Mio. €, Verschiebungsbedingte Bau-Mehrkosten:  67 Mio. €, Verschiebungsbedingter Bedarf/Belastungen aus dem operativen Geschäft:  230 Mio. €, Risikovorsorge für sonstige Mehrkosten und Mindereinnahmen:  322 Mio. €, Mehrkosten aus Umsetzung des Schallschutzprogramms:  305 Mio. €.

Amann erklärte auf der Pressekonferenz im Anschluss an die heutige Aufsichtsratssitzung: „Ich habe bestehende Einschätzungen, Zusagen und Ablaufpläne kritisch hinterfragt. Ich habe im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung den Resetknopf gedrückt, die gegenwärtige Situation analysiert und die nächsten Maßnahmen festgelegt. Nur mit einem solchen Schritt können wir den Flughafen zurück auf die Spur zu einer verlässlichen Eröffnung bringen.“

Amann sagte, er habe bei seiner Bestandsaufnahme vier wesentliche Problemkreise rund um die Brandschutzanlage identifiziert: Die von den im Mai gekündigten Generalplanern stammenden Ausführungspläne für die Brandschutzanlage sind lückenhaft und fehlerbehaftet. Amann: „Es fehlen noch Pläne für eine gesamthafte, integrierte Planung. Hier ist weitere Planungsarbeit nötig, damit die Baufirmen eine verlässliche Basis für ihre restlichen Arbeiten haben.“
Weiterhin habe es auf der Baustelle im Zuge der Beschleunigungsmaßnahmen vor dem alten Eröffnungstermin 03.06.2012 unsachgemäße Arbeiten gegeben, die zu Problemen wie Überbelegungen von Kabeltrassen geführt haben.

Amann äußerte sich auch zu Gerüchten rund um die Flughafenbaustelle: „Gerüchte, es gebe einen Systemfehler in der Brandschutzanlage, kann ich nach meiner Prüfung nicht bestätigen. Auch die ganzen anderen Gerüchte, im Keller des Terminals stünde Wasser, die Südbahn sei unterspült oder der Tower stünde schief, entbehren jedweder Grundlage."




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