31.01.2014
FLUG REVUE

Jumbo-Bruchlandung in Düsseldorf von 2005BFU: Atlas-Air-Piloten haben keine Schuld

Die Piloten eines landenden Frachtjumbos, der 2005 bei winterlichen Bedingungen in Düsseldorf über die Landebahn hinausrollte, waren an dem Unglück nicht schuld. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten der deutschen Unfalluntersuchungsbehörde BFU in ihrem jetzt vorgelegten Abschlussbericht.

Atlas_Air_Overrun_Düsseldorf_2005

Im Jahr 2005 überrollte ein landender Frachtjumbo von Atlas Air das Landebahnende in Düsseldorf und wurde schwer beschädigt. Foto und Copyright: Polizei NRW via BFU  

 

Bei dem Unfall am 24. Januar 2005 konnte der aus Dubai landende Boeing 747-212B-Frachtjumbo vonAtlas Air nach dem Aufsetzen nicht mehr rechtzeitig bremsen und rollte über das Ende der schneebedeckten Landebahn hinaus. Dabei wurden Anlagen des Instrumentenlandesystems beschädigt. Zwei Triebwerke des Flugzeugs gerieten in Brand, konnten aber von der Feuerwehr gelöscht werden. Die dreiköpfige Besatzung blieb unverletzt. Die Schäden am Flugzeug waren so schwer, dass es anschließend in Düsseldorf abgewrackt wurde.

Die BFU kam laut Abschlussbericht zu dem Ergebnis: "Der Flugunfall ist darauf zurückzuführen, dass die an die Besatzung übermittelten Bremswerte nicht den Bedingungen entsprachen, die sich infolge des starken Schneefalls seit der letzten Messung auf der Piste ergeben hatten." 

Zu dem Flugunfall haben, laut BFU, beigetragen:

- die hohe Dynamik der Wetteränderung 

- das Fehlen einer unter allen Wetterbedingungen zuverlässigen Messmethode für die Ermittlung von Bremskoeffizienten

Der Platzlotse habe den Piloten unmittelbar vor der Landung gemeldet, dass kurz zuvor eine "mittlere" (ausreichende) Bremswirkung gemessen worden sei. Durch starkes Schneetreiben und Wind habe sich die tatsächliche Bremswirkung jedoch sehr schnell verschlechtert. Die Besatzung habe das korrekt aufsetzende, technisch intakte und mit voller Kraft bremsende Flugzeug daraufhin nicht mehr auf der Piste zum Stehen bringen können.

Um den Zwischenfall ist auch ein juristischer Streit entbrannt: Während der Flughafen Düsseldorf und die Deutsche Flugsicherung gegen Atlas Air geklagt haben, um die Kosten für Bergung und Verschrottung (800.000 Euro) und ILS-Beschädigung (200.000 Euro) wieder einzutreiben, klagt Atlas Air umgekehrt auf Schadensersatz für ihren zerstörten Jumbo.



Weitere interessante Inhalte
Mehrere Kaufinteressenten für insolvente Airline Bieterfrist für airberlin beendet

15.09.2017 - Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft airberlin hat am Freitag die Bieterfrist für Kaufangebote beendet. In der nächsten Woche sollen der oder die Käufer bestimmt und nach der Bundestagswahl … weiter

Flugverkehr geht weiter airberlin stellt Insolvenzantrag

15.08.2017 - Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft airberlin hat am Dienstag ein Insolvenzverfahren eröffnet. Dieser Schritt erfolgte, nachdem Großinvestor Etihad das Ende seiner finanziellen Unterstützung … weiter

Bestseller Jumbo Jet Top 10: Auslieferungen Boeing 747-Modelle

14.08.2017 - Bis dato wurden 1532 von 1552 bestellten Boeing 747 ausgeliefert. Der US-Flugzeugbauer bot insgesamt 20 Unterversionen des Jumbo Jets an. Über die beliebtesten Varianten gibt unsere Top 10 Auskunft. … weiter

Neue Routen ab Herbst Dreimal Deutschland mit Hop!

13.06.2017 - Die Air-France-Regionaltochter Hop! baut ihre Deutschlandverbindungen aus und bedient ab Herbst drei neue Routen in ihr Nachbarland. … weiter

ACMI-Charter für Boeing 747-8F Cathay mietet zwei Frachtjumbos bei Atlas Air

04.05.2017 - Cathay Pacific Cargo hat am Mittwoch zwei moderne Frachtjumbos bei Atlas Air gemietet. Die beiden amerikanischen Boeing 747-8F verstärken schon ab Mai die Frachterflotte der Chinesen aus Hongkong. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 10/2017

FLUG REVUE
10/2017
11.09.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Pleite: Ausverkauf bei airberlin
60 Jahre Sputnik: Der Beginn der Raumfahrt
Ambulanzflugzeug: Business Jets helfen im Notfall
Triebwerke-Extra: Die Kraftpakete der Zukunft
Flughafen Peking: Wachstum ohne Ende