10.02.2010
FLUG REVUE

Flughafen München JahresbilanzBilanz am Flughafen München: 2009 fünf Prozent weniger Passagiere

Rund 32,7 Millionen Fluggäste, dies sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr, haben im Jahr 2009 den Flughafen München genutzt. Das teilte der Airport bei seiner Jahresbilanz mit. Ins neue Jahr startet die FMG optimistisch, vor allem auch dank weiterer Interkont-Verbindungen.

Der Rückgang ist nach Angaben der Flughafengesellschaft in erster Linie auf die Nachfrageschwäche im Geschäftsreiseverkehr zurückzuführen, die auch durch den gleichzeitigen Anstieg bei Privatreisenden nicht ausgeglichen werden konnte.

Während der Anteil der Geschäftsreisenden am Gesamtaufkommen um sechs Prozentpunkte auf 45 Prozent sank, stieg der Anteil der Privatreisenden auf nunmehr 55 Prozent. Im Kreis der

Die im Laufe des Jahres einsetzende Erholung des Luftverkehrs in München ist an den Quartalsergebnissen beim Passagieraufkommen deutlich abzulesen, erklärte die FMG: Waren es im ersten Quartal 2009 noch knapp zehn Prozent weniger Passagiere, wurde im vierten Quartal sogar wieder ein Zuwachs an Fluggästen gegenüber dem Vorjahr registriert.

Für das laufende Jahr sieht Dr. Michael Kerkloh, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH (FMG), eine Fortsetzung der Aufwärtstendenz: „Nach heutiger Einschätzung dürfte das Passagieraufkommen in München in diesem Jahr etwa um drei Prozent zulegen – auch aufgrund eines erheblich erweiterten Flugplanangebotes.“

Trotz der Verkehrsrückgänge kann die FMG für 2009 ein beachtliches Wirtschaftsergebnis vorlegen: Nach Abschreibungen und Steuern weist die FMG für das abgelaufene Betriebsjahr nach vorläufigen Berechnungen ohne Sonderbelastungen ein Jahresergebnis von rund 105 Millionen Euro – 27 Millionen mehr als im Vorjahr – aus. Unberücksichtigt sind hier die gegenwärtig noch nicht zu beziffernden Rückstellungen für den Ground-Handling-Bereich. Die Gesamterlöse der Flughafengesellschaft sind leicht auf insgesamt 844 Millionen Euro gesunken. Der Cashflow bewegt sich in einer Größenordnung von rund 175 Millionen Euro. Im FMG-Konzern – also unter Einbeziehung der Tochterunternehmen – überschreiten die Umsätze und Erträge die Milliardengrenze.

Am Münchner Flughafen wurden im vergangenen Jahr insgesamt knapp 400.000 Starts und Landungen gezählt, rund acht Prozent weniger als im Jahr 2008. Dieser im Vergleich zur Passagierentwicklung überproportionale Rückgang resultiert daraus, dass die Airlines Flüge zusammengelegt und größere Maschinen eingesetzt haben. Das durchschnittliche maximale Abfluggewicht der in München eingesetzten Flugzeuge erhöhte sich von 66,1 auf 68,2 Tonnen.

Das Luftfrachtaufkommen am Münchner Airport blieb mit knapp 216.000 Tonnen rund 11 Prozent unter dem Vorjahreswert. Allerdings zeigen die Quartalsergebnisse im Luftfrachtgeschäft – wie im Passagierverkehr – einen klaren Aufwärtstrend. Waren es im ersten Quartal noch rund 26 Prozent Rückgang, so konnte in den letzten drei Monaten des Jahres bereits wieder ein Plus von knapp neun Prozent festgestellt werden.

Die Passagiernachfrage entwickelte sich in den verschiedenen Verkehrssegmenten unterschiedlich. Während im Inlands- und Europaverkehr Rückgänge von 6,5 bzw. 5,9 Prozent registriert wurden, blieb die Nachfrage im Interkontinentalverkehr weitgehend stabil. Mit rund 4,6 Millionen Fluggästen konnte das Niveau des Vorjahres bei Fernreisen gehalten werden. Auf den Strecken nach Asien wurden sogar Zuwächse registriert. Hier legte das Passagieraufkommen um über sechs Prozent zu.

Im kommenden Jahr wird das Fernstreckennetz ab München vor allem durch Fluggesellschaften des weltweiten Luftfahrt-Bündnisses Star Alliance weiter ausgebaut. So wird Lufthansa künftig pro Woche dreimal Miami, viermal Teheran und dreimal Taschkent in Usbekistan anfliegen. Singapore Airlines bedient ab Ende März fünfmal die Woche mit einer Boeing 777 die Strecke München-Singapur. All Nippon Airways wird ebenfalls mit einer Boeing 777 täglich Tokio anfliegen. Darüber hinaus bedient Continental Airlines täglich mit einer Boeing 767 den Flughafen Newark bei New York. Die Zahl der Interkontinental-Flüge steigt nach derzeitigem Koordinationsstand um mehr als sechs Prozent auf rund 260 wöchentliche Langstreckenverbindungen.

Angesicht der deutlich verbesserten Konjunkturlage und einer spürbar anziehenden Nachfrage im Luftverkehr sieht Michael Kerkloh mittel- und langfristig gute Perspektiven für eine Fortsetzung der erfolgreichen Entwicklung des Drehkreuzverkehrs: „Um die gegebenen Wachstumschancen nutzen zu können, benötigen wir am Münchner Flughafen dringend eine dritte Start- und Landebahn. Deshalb hoffen wir, dass das laufende Planfeststellungsverfahren in diesem Jahr mit einem positiven Bescheid beendet wird, damit wir die für die weitere Entwicklung des Airports so entscheidenden Ausbaumaßnahmen konsequent vorantreiben können“, so der Flughafenchef in seinem abschließenden Fazit auf der Jahrespressekonferenz der FMG.



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