06.11.2014
FLUG REVUE

Datenübermittlung oder Landeverbot?Briten wollen deutsche Passagierdaten vorab prüfen

Großbritannien will mit einer Gesetzesinitiative erreichen, dass auch Fluggesellschaften aus Deutschland ihre Passagierdaten vorab zur Prüfung bei den britischen Behörden übermitteln müssen. Laut britischen Medienberichten drohen die dortigen Behörden für den Fall einer Weigerung schon vorsorglich mit dem Entzug der Landerechte für deutsche Airlines.

fr 10-2014 Heathrow eroeffnet Terminal 2-teaserbild

Die britischen Sicherheitsbehörden wollen die Daten der Fluggäste von deutschen Airlines künftig vorab übermittelt bekommen, um diese zu prüfen. Sonst soll die Landung verwehrt werden. Foto und Copyright: London Heathrow Airport  

 

Die Zeitung "The Guardian" meldete am Donnerstag, die Regierungen in London und Berlin erörterten das Thema mit Dringlichkeit. Die Briten forderten, Passagierlisten vorab zur Begutachtung vorgelegt zu bekommen, um vorausschauende Sicherheitsüberprüfungen durchführen zu können. Die Deutschen sollten gedrängt werden, ihre bestehenden Datenschutzbestimmungen fallenzulassen. Anderenfalls drohten die Briten, deutschen Airlines die Landung in Großbritannien zu untersagen.

Die neue Forderung gehöre zu einem Paket von Terrorabwehrmaßnahmen, die europäische Dschihadisten bei der Rückkehr aus Syrien oder dem Irak mit Hilfe von Flugverbotslisten aufspüren solle, bevor sie Großbritannien erreichten. Premierminister Cameron habe erklärt: "Die Fluggesellschaften müssen sich unseren Regeln für Flugverbotslisten fügen und unsere Kontrollanweisungen befolgen. Wenn sie es nicht tun, können ihre Flüge künftig nicht mehr in Großbritannien landen."

Laut britischem Innenministerium gelte die neue Regelung grundsätzlich für Airlines aller EU-Staaten. 90 Prozent lieferten die geforderten Vorab-Passagierdaten bereits. Deutschland zähle aufgrund seiner strengeren Datenschutzregelungen zu den verbleibenden zehn Prozent. Die neue Vorschrift solle die Passagier-Datenerhebung von allen Airlines erzwingen. Anderenfalls drohe man ein Landeverbot an.

Die geforderten Daten sollen auch persönliche Details, wie Kreditkartennummern umfassen, mit denen für die Sicherheitsbehörden ein Profil der Reisenden erstellt werden kann. Die britische Regelung ähnelt der im Transatlantikverkehr mit den USA bereits bestehenden Praxis.



Weitere interessante Inhalte
Neuer Airbus-Zweistrahler für München Lufthansa übernimmt zweite A350

24.02.2017 - Zwei Wochen nach Beginn des Liniendienstes der ersten A350 hat Lufthansa das zweite Flugzeug dieses Typs nach München überführt. … weiter

Drei zusätzliche Airbus A330-200 airberlin erweitert Langstreckenflotte

16.02.2017 - Mit drei zusätzlichen Airbus A330 lässt airberlin ihre Langstreckenflotte ab dem Sommer auf 17 Großraumjets wachsen. Vor allem die USA-Verbindungen sollen davon profitieren. … weiter

Tarifkonflikt bei Lufthansa Trotz Einigung droht neues Ungemach

16.02.2017 - Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben die Schlichtungsempfehlung zum Thema Vergütung angenommen. Die Airline will die dadurch entstehenden Kosten aber anderweitig … weiter

Erster offizieller Linienflug Lufthansa-A350 startet nach Delhi

10.02.2017 - Am Freitag nahm die erste A350-900 der Lufthansa ihren regulären Liniendienst von München nach Delhi auf. … weiter

7,9 Millionen Passagiere im Januar Lufthansa Group mit zwölf Prozent im Plus

09.02.2017 - Die Airlines der Lufthansa Group haben im Januar rund 7,9 Millionen Fluggäste befördert. Dies entspricht einer Steigerung von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Hauptverantwortlich dafür war … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
06.02.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Airbus gegen Boeing
- Letzter Flug der QF-4
- Flybe expandiert
- X-Planes der NASA
- Watt-Flughafen Barra
- Erfolgsmodell Suchoi Su-30
- Datenrelaissystem im All

aerokurier iPad-App