07.08.2015
FLUG REVUE

Auftragnehmer für Heizung, Sanitär, LüftungFlughafen BER: Große Baufirma insolvent

Die Baufirma Imtech Deutschland, wichtiger Auftragnehmer am Flughafen BER, hat ein Insolvenzverfahren eröffnet. Nun prüft die Flughafengesellschaft, welche Folgen dieser Schritt für sie hat.

Flughafen Berlin Brandenburg BER Vogelperspektive

Die Bauarbeiten am Flughafen BER könnten durch die Insolvenz einer großen Baufirma unter Druck geraten. Foto und Copyright: FBB  

 

Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH habe am Donnerstag, unmittelbar nach Bekanntwerden des Antrags auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren für die Imtech Deutschland GmbH & Co. KG, mit der Prüfung der Auswirkungen auf die BER-Baustelle begonnen, teilte die Flughafengesellschaft mit.

Imtech Deutschland ist am BER Auftragnehmer für Elektroarbeiten (Schwach- und Mittelstrom) sowie im Rahmen der ARGE IMCA für Heizung, Sanitär und Lüftung. In einem Telefongespräch am Donnerstag habe der Geschäftsführer der Imtech Deutschland, Felix Colsman, der Flughafengesellschaft FBB "maximale Unterstützung" bei der Weiterführung der Imtech-Arbeiten am BER zugesichert. Flughafengesellschaft und Imtech Deutschland stünden auch in den kommenden Tagen in engem Kontakt zur weiteren Vorgehensweise. Die Flughafengesellschaft werde sich zu den nächsten Schritten äußern, sobald die konkreten Auswirkungen der Imtech-Insolvenz geklärt seien.

Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte kürzlich berichtet, Imtech nutze die Verzögerungen auf der BER-Baustelle systematisch aus und erziele mit dem Stillstand Millioneneinnahmen. Derzeit ermittelten gleich drei Staatsanwälte gegen ehemalige Imtech-Manager wegen unterschiedlicher Delikte. Dem Unternehmen werde Verdacht auf Untreue, Bestechung, Preisabsprachen und Bilanzfälschungen vorgeworfen, so "Die Zeit".

UPDATE:
Am Freitagmittag teilte die Flughafengesellschaft mit, Flughafenchef Karsten Mühlenfeld habe am Freitag eine "Taskforce" eingesetzt, die sämtliche wirtschaftlichen, technischen, rechtlichen und bauablauftechnischen Implikationen des Insolvenzverfahrens bewerten werde.

„Imtech ist eine der wichtigen Baufirmen für die BER-Baustelle. Die Taskforce ist mit unseren Baufachleuten, Juristen und Vertragsspezialisten besetzt. Sie wird nun mit Hochdruck einen Plan erarbeiten, wie unser Unternehmen mit der Imtech-Insolvenz umgehen wird. Klar ist aus unserer Sicht, dass die Insolvenz Auswirkungen auf unsere Meilenstein-Planung hat, nach der der Abschluss der baulichen Arbeiten im März 2016 vorgesehen ist. So sind Teile der Imtech-Belegschaft bereits heute nicht auf der BER-Baustelle erschienen. Ob und in wie weit auch Auswirkungen auf das Eröffnungsterminband in der zweiten Jahreshälfte 2017 gegeben sind, muss die Taskforce nun bewerten. Unsere Gesellschafter kennen den aktuellen Stand und werden von uns auch weiter auf dem Laufenden gehalten“, so Mühlenfeld.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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