24.10.2013
FLUG REVUE

Mehdorn gewinnt MachtkampfFlughafen BER: Technischer Geschäftsführer scheidet aus

Am Berliner Flughafen BER wird der Technische Geschäftsführer Horst Amann ausscheiden. Schon länger hatte es zwischen Amann und Flughafenchef Mehdorn Streit um die richtige Strategie zur Flughafenfertigstellung gegeben.

Flughafen Berlin Brandenburg BER Vogelperspektive

Der Flughafen BER braucht einen neuen Technischen Geschäftsführer, nachdem Horst Amann aus dieser Funktion ausscheiden musste. Foto und Copyright: Flughafen Berlin Brandenburg GmbH  

 

Der Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH habe entschieden, Horst Amann eine neue Aufgabe in der Flughafengesellschaft hauptamtlich zu übertragen. Er werde die Geschäftsführung der Flughafen Energie und Wasser GmbH (FEW) übernehmen, teilte die Flughafengesellschaft nach einer Aufsichtsratssitzung am Mittwoch mit. Die FEW betreibe als Tochter der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH die Ver- und Entsorgungssysteme der Flughäfen in Berlin. Damit ende Amanns Tätigkeit als Geschäftsführer Technik/BER der FBB.

Amann war erst im August 2012 auf direkte Bitte des Bundesverkehrsministers von der Fraport AG abgeworben worden. Er gilt als fachkompetent und durchsetzungsstark und hatte sich in Berlin an eine systematische Mängelanalyse an der Flughafenbaustelle gemacht. Darüber war es mit dem nach ihm zum Flughafengeschäftsführer ernannten Hartmut Mehdorn zum Streit gekommen.

Während Amann sich Zeit für eine vollständige Bestandsaufnahme nehmen wollte, verfolgte Mehdorn die gegenteilige Strategie, durch mediale Paukenschläge, wie die Ankündigung eines Teil-Probebetriebes und eine vorgezogene Teileröffnung, die Lähmung auf der BER-Baustelle und den Stillstand zu überwinden. Beide Manager waren mehrmals, auch öffentlich, aneinander geraten und sollen in Briefen an die Flughafeneigentümer wechselseitig ihre Entlassung gefordert haben.

Außerdem dürfte Amanns Insiderwissen über die Fehler und Verantwortlichkeiten beim Projekt BER ihn zunehmend unbequem für darin verstrickte Entscheidungsträger gemacht haben. Die Flughafenbaukosten sollen mittlerweile bei fünf Milliarden Euro liegen. Ein Eröffnungstermin ist noch immer nicht in Sicht.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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