14.12.2015
Erschienen in: 12/ 2015 FLUG REVUE

Terminal 3Flughafen Frankfurt baut aus

Mit seinem neuen Terminal 3 auf dem Gelände der früheren Air Base rüstet sich Deutschlands größter Drehkreuzflughafen in Frankfurt am Main für die Zukunft.

Dieses Terminal sichert nicht nur die Zukunftsfähigkeit der größten Luftverkehrs-Drehscheibe Deutschlands im internationalen Wettbewerb und schafft dadurch neue Jobs und Perspektiven für unsere Beschäftigten, es trägt auch zur wirtschaftlichen Prosperität der gesamten Region und darüber hinaus bei.“ Mit  diesen Worten begleitete Fraport-Chef Stefan Schulte den feierlichen ersten Spatenstich für das neue Terminal am 5. Oktober. Bis zum Sommerflugplan 2022 baut der Rhein-Main-Flughafen für drei Milliarden Euro sein neues Abfertigungsgebäude im Süden des Flughafengeländes. In der ersten Ausbaustufe mit Haupthalle, Vorfeldtower, Einkaufspassage, Pkw-Vorfahrt, Bahnhof der automatischen SkyLine-Kabinenbahn und den beiden Piers „H“ (Länge: 400 Meter, Schengen) und „J“ (Länge: 600 Meter, Non-Schengen) können bis zu 14 Millionen zusätzliche Fluggäste pro Jahr,  also dann insgesamt 78 Millionen Passagiere, in Frankfurt abgefertigt werden. Modular lässt sich das Bauwerk später noch um zwei weitere, seitliche Piers erweitern, sodass im Endausbau Kapazität für weitere elf Millionen Fluggäste entsteht. Damit könnte Frankfurt rund 88 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen.

Frankfurt brauche den Baubeginn spätestens jetzt, denn noch während der siebenjährigen Bauzeit führe das absehbare Verkehrswachstum zur Vollauslastung der Anlagen, reklamiert der Flughafenbetreiber. Mit den vorhandenen Terminals könne man höchstens 71 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen. Schon für das Jahr 2021 würden aber 68 bis 73 Millionen Passagiere vorhergesagt. Heute liegt Frankfurt bei knapp 60 Millionen Passagieren im Jahr. Außerdem wollen die Hessen auch qualitativ ihre Abfertigung aufwerten und durch mehr gebäudenahe Flugzeugpositionen die bei den Passagieren unbeliebten Vorfeld-Busfahrten verringern. Die neue Abfertigungskapazität am Terminal 3 soll vorwiegend für sogenannte „Non-Star-Airlines“ genutzt werden, also Fluggesellschaften, die nicht der Star Alliance angehören. Dies wären etwa Mitglieder  der konkurrierenden Allianzen Oneworld oder Skyteam und die großen Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten.

Die gesamte Anlage hat die Fläche von 19 Fußballfeldern. 20 der insgesamt 24 gebäudenahen Abfertigungspositionen sind auch für Riesenflugzeuge wie den Airbus A380 oder die Boeing 747-8 ausgelegt. Hiermit will Frankfurt seinem Rückstand gegenüber europäischen Konkurrenzdrehkreuzen abhelfen, die wesentlich mehr Riesenjets direkt an ihren Gates abfertigen können. Im Terminal 3 mit 90 000 Quadratmetern Grundfläche werden die abreisenden Fluggäste in der Check-in-Halle an 80 Schaltern (später 104 Schalter) und 38 Automaten (später 54 Automaten) eingecheckt und an 18 Sicherheitsschleusen kontrolliert. Für Transferpassagiere gibt es weitere elf Sicherheitsschleusen. Danach erreicht man den „Marktplatz“, die zentrale Einkaufspassage nahe dem Hauptgebäude. Von hier aus zweigen strahlenförmig die beiden Piers ab, im Endausbau werden es vier sein. Ankommende Passagiere erhalten ihr Gepäck an elf Bändern. Die Fluggäste werden auf drei Hauptebenen abgefertigt.


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