13.10.2015
aero.de

Flughafen MünchenT2-Satellit steuert in Richtung Probebetrieb

Von außen betrachtet ist das neue Satellitengebäude am Münchner Flughafen nahezu fertiggestellt. Der Innenausbau läuft dagegen noch auf Hochtouren. Bis zur Inbetriebnahme des Gebäudes im April nächsten Jahres stehen noch eine Reihe von Tests und ein intensiver Probetrieb auf dem Programm.

"Rund 4.000 Beschäftigte aus den unterschiedlichsten Bereichen des Flughafens werden im Satelliten für eine reibungslose Passagierabfertigung sorgen", teilten Lufthansa und der Flughafen München mit, die das Projekt gemeinsam stemmen.

Für die künftige "Besatzung" des Satelliten ist das Abfertigungsgebäude Neuland. Damit zum Zeitpunkt der Eröffnung alle Mitarbeiter gut über die Wegeführung und sämtliche Abläufe informiert sind, wird die Satelliten-Mannschaft in den kommenden Monaten intensiv geschult.

Alle Abfertigungsprozesse müssen vor der Eröffnung des Satelliten minutiös geprobt werden. "Dieses Testprogramm beginnt im November mit dem sogenannten Basis-Probebetrieb, in dem der Satellit abschnittsweise auf seine Funktionalität hin getestet wird", erklärte Lufthansa am Montag.

Integrierter Probebetrieb

Ab Januar 2016 starte dann der "integrierte Probebetrieb" mit Laiendarstellern, bei dem die verschiedenen, für die Fluggastabfertigung relevanten Prozesse im Zusammenspiel geprobt werden.

Durch die möglichst realitätsnahe Simulation der Passagierabfertigung soll unter anderem herausgefunden werden, ob sich die Fluggäste in dem neuen Gebäude gut zurechtfinden, Boarding- und Umsteigeprozesse in der vorgesehenen Zeitspanne funktionieren und ob die Beschilderung für die nötige Orientierung sorgt.

Die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb fließen in die Vorbereitung der Inbetriebnahme ein, so dass erkannte Schwachstellen oder Defizite bis zur geplanten Eröffnung im April 2016 korrigiert werden können. Zum Abschluss des Probebetriebs werden im März 2016 alle Abfertigungsprozesse im Satellitengebäude vier Tage lang unter Realbedingungen getestet.

Auch das Personentransportsystem (PTS), das den Satelliten mit dem Terminal 2 verbindet, werde intensiv getestet, bevor es für den Passagiertransport freigegeben wird. Acht der insgesamt zwölf Waggons des kanadischen Herstellers Bombardier, die auf der unterirdischen, 400 Meter langen Strecke zum Einsatz kommen, sind bereits eingetroffen und werden gegenwärtig erprobt.

Bereits seit Ende Juli sind alle mobilen Fluggastbrücken am Satelliten montiert. Derzeit laufen die technischen Abnahmen. Es schließen sich Tests und Einweisungen für die rund 400 Brückenfahrer an. Bevor der Satellit an den Start geht und damit zum Sicherheitsbereich wird, erfolgt eine komplette Durchsuchung des gesamten Gebäudes. Erst kurz vor der Eröffnung werden die Frischwaren für die Gastronomie sowie für die Lufthansa-Lounges geliefert.

Wie bereits das Terminal 2, wird auch der Satellit im Rahmen eines Joint Ventures zwischen Flughafen und Lufthansa im Verhältnis 60 zu 40 gemeinsam finanziert, errichtet und betrieben. Der Münchner Airport gewinnt durch das neue Passagiergebäude eine zusätzliche Kapazität von elf Millionen Passagieren im Jahr.

Satellit schafft Kapazität

Darüber hinaus werden die Gebäudepositionen für Flugzeuge im Bereich des Terminals 2 von 24 auf 51 mehr als verdoppelt. Die Fluggäste können damit nach Eröffnung des Satelliten über das Terminal 2 direkt und ohne Bustransfer ins Flugzeug gelangen – eine deutliche Verbesserung des Passagierkomforts und der Servicequalität am Münchner Flughafen.

Elf Millionen Passagiere pro Jahr können in dem Erweiterungsbau auf dem Vorfeld, der "landseitig" die Einrichtungen von Terminal 2 mitnutzt, zusätzlich in München abgefertigt werden.



Weitere interessante Inhalte
Zweistrahler wird noch vor Weihnachten geliefert Lufthansa-A350 startet zum Erstflug

29.11.2016 - Die erste A350-900 für Lufthansa ist am Dienstag in Toulouse zum Erstflug gestartet. … weiter

400 Millionen Euro München will Terminal 1 erweitern

18.11.2016 - Das Terminal 1 am Flughafen München soll um einen zusätzlichen Flugsteig erweitert werden und einen zentralen Gebäudekomplex erhalten. Damit steigt die Kapazität um sechs Millionen Passagiere. … weiter

Neuer Langstreckenjet kommt ohne First Class Lufthansa zeigt A350-Kabinenplan

08.11.2016 - Die Deutsche Lufthansa hat den Kabinengrundriss ihres Airbus A350-900 veröffentlicht. Der neue Zweistrahler erhält vom Bug bis zum Flügel ein großes Abteil der Business Class. … weiter

Flughafen München übergibt Erweiterungsbau Neues Logistiklager für die A350 in München

03.11.2016 - Der Flughafen München hat am Donnerstag ein neues Logistikgebäude eröffnet. Den Erweiterungsbau nutzt künftig der Mieter Lufthansa Technik Logistik Services (LTLS) für A350-Teile. … weiter

SAS erweitert Streckennetz Ganzjährig von München nach Stockholm

13.10.2016 - Scandinavian Airlines (SAS) nimmt 15 neue Verbindungen in ihr Streckennetz auf. Die aktuelle Winter-Strecke zwischen Stockholm und München wird auch im Sommerflugplan weiter bedient. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App