20.01.2010
FLUG REVUE

Fraport Nordwestbahn ZwischenbilanzJahrestag des Baubeginns - neue Landbahn in Frankfurt nimmt Gestalt an

Positive Zwischenbilanz am Flughafen Frankfurt: Zum Jahrestag des Baubeginns für die neue Landebahn ist der Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Schulte zufrieden: "Die Baumaßnahmen laufen ohne größere Probleme ab. Auch der Winter mit Schnee und Frost hat bislang zu keinen ernsthaften Verzögerungen geführt."

Am ehesten ist noch der Erdbau von der Witterung betroffen, weil ein tragfähiger Untergrund nur hergestellt werden kann, wenn er nicht gefroren ist. "Aber das haben wir einkalkuliert. Wir wussten von Anfang an, dass wir über zwei Winter bauen werden", erklärte Schulte nach Angaben der Fraport.

Seit dem 20. Januar 2009 – dem Tag, an dem mit den Ro­dungen auf der Ausbaufläche begonnen wurde – seien be­reits wichtige Bauabschnitte erfolgreich bewältigt worden. Dazu gehört unter anderem ein Tunnelbau für eine stark befahrene Straße. Ein weiterer Meilenstein des Projektes war der offizielle "erste Spatenstich" im Frühjahr 2009.

Zu den Arbeiten, die im Vorfeld ablaufen müssten und schon weit fortgeschritten seien, gehöre auch die Errichtung der unterirdischen Regenrückhalte- und Speicherbecken. Wegen der großflächigen Versiegelung des Geländes sei Entwässe­rung ein eminent wichtiges Thema, für das Lösungen gefun­den werden mussten. "Wir sprechen hier von Auffangbecken mit einem Fassungsvermögen von 25.000 Kubikmeter Was­ser", betonte der Leiter des Flughafen-Ausbaus, Horst Amann. "Das sind Betonbauwerke in der Größe von kleinen Turnhallen, die unter der Landebahn liegen."

Unterirdisch und um die Landebahn herum verlaufe gut geschützt zu­künftig auch die Kerosin-Pipeline, mit welcher der Flughafen vom Kelsterbacher Hafen aus mit Treibstoff versorgt wird.

Aktuell konzentrieren sich die Baumaßnahmen vor allem auf die Brückenbauwerke, die eine Anbindung der Landebahn an das eigentliche Flughafengelände sicherstellten. Rund 400 Einzelelemente, jeweils bis zu 32 Meter lang und 90 Tonnen schwer, gelte es für die zwei Rollwege über die Au­tobahn 3, die ICE-Trasse und den Airportring zu verbauen.

Ergänzend zu den Rollbrü­cken würden in diesem Jahr auch die Dämme aufgeschüttet, über die die Flugzeuge zu den Brücken und dann über Auto­bahn, ICE-Trasse und Airportring auf das Flughafengelände rollen werden. "Der eigentliche Erdbau wird den Kern aller Maßnahmen in den nächsten Wochen und Monaten bilden", sagte Amann. "Hier entsteht dann letztendlich der tragfähige Untergrund der neuen Bahn."

Angesichts des bisher Erreichten blickt Fraport-Chef Schulte optimistisch auf die nächsten Bauabschnitte: "Wir liegen voll im Zeitplan." Aktuell seien jeden Tag rund 400 Menschen auf der Großbaustelle zu Gange. "Wir planen nicht mehr, wir bauen! Ich bin davon überzeugt, dass die neue Bahn mit dem Winterflugplan 2011/12 in Betrieb gehen und einen ent­scheidenden Beitrag zur Verminderung unserer Kapazitäts­engpässe leisten wird", erklärte Schulte abschließend.



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