02.09.2014
FLUG REVUE

Briten streichen UmzugspläneKeine Flughafen-Insel als Ersatz für Heathrow

Als Ersatzstandort für den überfüllten Londoner Drehkreuzflughafen Heathrow wird bis 2030 keine künstliche Halbinsel in der Themse-Mündung angelegt. Diese Grundatzentscheidung gab die zuständige Planungskommission am Dienstag bekannt und begründete sie mit einem Strategiewechsel.

Flughafen_London_künstliche_Flughafeninsel_Themsemündung_Foster_and_Partners

Diesen Entwurf für einen Flughafen in der Themsemündung als Ersatz für London-Heathrow erstellte das Büro von Star-Architekt Lord Foster. Foto und Copyright: Foster and Partners  

 

Die "Airports Comission" werde den Vorschlag eines sogenannten "Inner Thames Estuary Airport", eines Flughafens auf einer künstlichen Insel in der Themse-Mündung, von der Liste ihrer Vorschläge zur Kapazitätserweiterung für das Jahr 2030 streichen, teilte die Kommission am Dienstag mit. Die Nachteile überwögen die möglichen Vorteile, so das Expertengremium.

Das bis zu 114 Milliarden Euro teure Vorhaben war bislang unter anderem von Londons Bürgermeister Boris Johnson favorisiert worden. Es hätte die britische Hauptstadt von Fluglärm entlastet und den extrem kostspieligen Erwerb von Innenstadtflächen für eine Flughafenerweiterung Heathrows um eine zusätzliche Landebahn im Norden vermieden. Mit dem Verkauf der bisherigen Flächen Heathrows hätte wiederum die neue Insel mit dem Drehkreuzflughafen finanziert werden sollen. Die Anbindung an London hätte eine Schnellbahn übernehmen sollen, die auch das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz an den neuen Flughafen angeschlossen hätte.

Der Vorsitzende der Airports Comission, Sir Howard Davies, sagte am Dienstag, dass man nun eine Lösung mit mehreren, konkurrierenden Flughafenstandorten bevorzuge. Der Markt London sei sehr großflächig und habe sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Ein neues Riesendrehkreuz sei schwerer zu betreiben und eine Belastung für die Umwelt. Nun gehe es um eine Lösung, die bezahlbar sei und schnell die dringend benötigte Kapazität schaffe. Im Herbst werde man drei Konzepte dafür vorstellen.



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