15.12.2014
FLUG REVUE

Berliner Flughafenchef will gehenMehdorn kündigt Rückzug an

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Hartmut Mehdorn, hat am Montag mitgeteilt, dass er sein Mandat als Vorsitzender der Geschäftsführung niederlegen wird. Mehdorn bot an, seine Aufgaben bis zur Findung eines Nachfolgers, spätestens jedoch zum 30. Juni 2015, weiterzuführen.

Hartmut Mehdorn

Berlins Flughafenchef Hartmut Mehdorn will sein Amt spätestens im Sommer 2015 zur Verfügung stellen. Foto und Copyright: Berliner Flughäfen  

 

„Für mich schließt sich mit der Entscheidung für das Terminband zweites Halbjahr 2017 vom vergangenen Freitag ein Kreis: Als ich im März 2013 den Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung der FBB übernahm, herrschten Chaos und Stillstand auf der Baustelle. Nun ist die Baustellenorganisation geordnet, die technischen Kernfragen sind entschieden, und ein neues Managementteam für BER und FBB ist an Bord", sagte Hartmut Mehdorn. "Trotzdem musste ich in den zurückliegenden Wochen zur Kenntnis nehmen, dass im Aufsichtsratsumfeld Spekulationen zu meiner Person angestellt wurden, die das für mich vertretbare Maß überstiegen. Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr, da er weder meinem Pflichtbewusstsein noch meinen persönlichen Zielen entspricht. Der Schritt ist für mich aber in Abwägung der Gesamtlage notwendig geworden.“

Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Flughafengesellschaft hatten am 12. Dezember 2014 bekanntgegeben, dass der Flughafen Berlin Brandenburg im zweiten Halbjahr 2017 eröffnen soll. Zunächst soll bis März 2016 die bauliche Fertigstellung des Flughafens erfolgen. Daran schließen sich Abnahmen, Tests sowie ein Probebetrieb an. Frühestens im Winterflugplan 2017/18 kann der Flughafen dann den Betrieb aufnehmen.

Der selbstbewusst, unabhängig und nicht konfliktscheu agierende Mehdorn, vorheriger airberlin-Chef und unter anderem Airbus-Manager, war mehrmals mit den Flughafeneigentümern aus der Politik aneinandergeraten, weil er aus Kapazitätsgründen mit der Idee gespielt hatte, das alte Terminal in Schönefeld und sogar den Flughafen Tegel offen zu halten. Außerdem hatte er sich vor kurzem gegen interne Durchsuchungen der Flughafenverwaltung von Aufsichtsratsseite verwahrt, die er als Maßregelung empfunden hatte.

In der Anfangsphase wird BER nur 22 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen können. Ausgelegt ist er bisher für 27 Millionen Passagiere im Jahr, die im stark wachsenden Berliner Flugverkehr aber bereits heute erreicht werden.



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