03.09.2014
FLUG REVUE

Ground Based Augmentation SystemPräzisionsanflüge per Satellit in Frankfurt

Der Flughafen Frankfurt hat das Präzisionsanflugsystem „Ground Based Augmentation System“ (GBAS) in Betrieb genommen. Mit der Navigationseinrichtung sind satellitengestützte Präzisionsanflüge an dem Luftverkehrsdrehkreuz möglich.

Fraport Frankfurt Rollverkehr

Der Frankfurter Flughafen hat sein neues, satellitengestützes Anflugsystem in Betrieb genommen. © Foto und Copyright: Fraport AG  

 

Fraport, Deutsche Flugsicherung und Lufthansa erhoffen sich von GBAS einen wichtigen Beitrag zu mehr Effizienz und zu lärmschonenden Anflugverfahren. Der Vorteil von GBAS liegt primär in der Vielfalt der Anflugverfahren, die mit einer einzigen Anlage angeboten werden können. Bis zu 49 Anflüge auf verschiedene Pisten können von nur einer GBAS-Station unterstützt werden. In der Vielfalt der Anflugmöglichkeiten liegen Chancen zur Entwicklung von neuen Anflugrouten, welche die Anwohner entlasten. Das System muss außerdem deutlich seltener als ein ILS durch Flugvermessung überprüft werden.

Langfristig soll das neue Landesystem auch segmentierte Anflüge ermöglichen – mit dem Ziel einer weiteren Lärmentlastung in der Region. GBAS erlaubt es mittelfristig auch, den Anfluggleitwinkel auf allen Landebahnen von derzeit 3 auf 3,2 Grad anzuheben, was bislang ausschließlich auf der Landebahn Nordwest möglich ist.

Um das System umfassend nutzen zu können, ist jedoch neben der technischen Ausstattung am Boden eine entsprechende Ausrüstung der Flugzeuge notwendig. Über ein erstes Nutzungspotenzial verfügen derzeit die GBAS-fähigen Flugzeugtypen Airbus A380, Boeing 747-8, 787 und 737 NG. Die Kosten für den Aufbau und die Nutzung der Bodenstation belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro, die Ausrüstung der Flugzeuge erfordert ebenfalls Investitionen in Millionenhöhe.

GBAS bietet bei Präzisionsanflügen eine digitale Führung und arbeitet nach dem sogenannten „Differential Global Positioning System“-Verfahren (DGPS). Die neue Technik bringt gegenüber den momentan in Frankfurt angewandten Anflugverfahren wesentliche Vorteile: So verfügt etwa die Satellitennavigation auf Basis des amerikanischen Global Positioning System (GPS) derzeit über eine Genauigkeit von etwa zehn Metern. Diese Genauigkeit kann mithilfe einer GBAS-Bodenstation noch gesteigert werden. Die von den Satelliten ausgestrahlten Signale werden von der GBAS-Anlage empfangen, mit der eigenen Position verglichen und als korrigiertes Signal zusammen mit den Anflugkoordinaten an die landenden Flugzeuge gesendet. Auf diese Weise kann das anfliegende Flugzeug die eigene Position noch exakter bestimmen.
Wenn Flugzeuge in der Zukunft durchgängig mit den entsprechenden Bordempfängern ausgerüstet sind, kann GBAS das Instrumentenlandesystem (ILS) vollständig ablösen.



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