04.03.2010
FLUG REVUE

Nacktscanner verweigert: Passagierinnen abgewiesenNacktscanner verweigert - Passagierinnen abgewiesen

Zwei weibliche Fluggäste auf dem Weg von Manchester nach Islamabad durften ihr Flugzeug am Flughafen Manchester nicht betreten, weil sie sich geweigert hatten, durch die neuen Nacktscanner zu gehen.

Nach einem Bericht der BBC vom heutigen Donnerstag wurden die beiden Fluggäste bereits am 19. Februar abgewiesen. Sie hätten ihre Tickets verfallen lassen müssen. Eine Passagierin habe sich aus religiösen Gründen geweigert, die andere aus medizinischen.

Seit dem ersten Februar schreibt der Flughafen Manchester vor, dass Passagiere, welche vom Sicherheitspersonal ausgewählt wurden, durch einen der neuen Nacktscanner gehen müssen. Dies schließt sogar Kinder ein. Eine alternative, herkömmliche Abtastung wird in diesem Fall nicht angeboten.

Seit Oktober 2009 wurde ein Nacktscanner vom Typ Rapiscan Secure 1000 im Terminal 2 erprobt, die Terminals 1 und 3 folgten Ende Februar. Der reguläre Einsatz begann im Februar. Der Flughafen schickt nach eigenen Angaben alle Passagiere in den Nacktscanner, die 

-vor Betreten des Metallkontrollbogens eine herkömmliche Abtastung erbitten

-am Metallkontrollbogen einen "Alarm" ausgelöst haben

-die nach einer Handabtastung dem Personal immer noch verdächtig scheinen

-die Sprengstoffspürgeräte oder Verdunstungsspürgeräte auslösen

-rein zufällig ausgewählt wurden

Wer die Kontrolle im Nacktscanner verweigere, dürfe nicht mitreisen, so der Flughafen. Das abgeschottet sitzende Scannerpersonal sehe die Reisenden niemals in natura. Die Bilder würden nicht gespeichert und sofort gelöscht. Das Personal werde auf mitgeführte Mobiltelefone oder Kameras kontrolliert, damit es keine verbotenen Fotos machen könne. Die Strahlendosis liege pro Scan bei 3 microREM, was, laut Flughafen, fünf Minuten natürlicher Hintergrundstrahlung entspreche.

Der amerikanische Nachrichtensender CNN hatte im Januar unter Berufung auf die private amerikanische Bürgerrechtsgruppe Electronic Privacy Information Center (EPIC) aus Washington berichtet, dass die amerikanische TSA in ihrer Ausschreibung für vergleichbare Scanner an US-Flughäfen im Jahr 2008 ausdrücklich eine Fähigkeit zum Speichern und Senden der gescannten Aufnahmen verlangt habe. Die Gruppe habe beantragt, den Original-Schriftverkehr einsehen zu dürfen.

 

 

 




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