28.10.2013
FLUG REVUE

Flughafensperrung im SeptemberPolizei ermittelt Düsseldorfer Koffer-Verdächtigen

Ein international bekannter Gepäckdieb ist von den deutschen Polizeibehörden als jene Person ermittelt worden, die am 24. September einen Koffer im Terminal des Flughafens Düsseldorf zurückließ. Wegen verdächtiger Begleitumstände hatte die Polizei daraufhin das Terminal räumen lassen.

Flughafen Düsseldorf Luftaufnahme 2013

Am Nachmittag des 24. September musste der Flughafen Düsseldorf (Archivbild) wegen eines vermeintlichen Bombenfundes vorübergehend evakuiert werden. Jetzt wurde ein Verdächtiger identifiziert. Foto und Copyright: Flughafen Düsseldorf  

 

Der Polizei sei es gelungen, den Mann zu identifizieren, der mit dem Rollkoffer von den Überwachungskameras am Flughafen gefilmt worden sei, teilte die Polizeipressestelle Düsseldorf am Montag mit.  Es handele sich um einen international tätigen Gepäckdieb. Welche Rolle dem Mann in diesem Kriminalfall zuteil werde, sei jedoch noch unklar.

Am 24. September hatte der Mann den Koffer im Terminal zurückgelassen. Der mit Mehlpaketen gefüllte, herrenlose Koffer hatte bei ersten Durchleuchtungen wie eine Bombe gewirkt. Daraufhin war der gesamte Flughafen gesperrt worden. Währenddessen fielen rund 70 Flüge aus, 20 wurden umgeleitet. 1200 abfliegende und 1000 ankommende Passagiere waren von der zeitweiligen Terminalräumung betroffen.

Nach der Öffnung des Koffers hätten die Spezialisten der Spurensicherung eine intensive Spurensuche durchgeführt. Hierbei habe am Griffstück auch DNA gesichert werden können. Ein Abgleich des DNA-Musters über das Landeskriminalamt mit der DNA-Analyse-Datei (DAD) habe zum Hinweis auf einen internationalen Straftäter geführt. Zur weiteren Konkretisierung hätten Gutachter vorhandene Bilder des Verdächtigen mit den Videoaufnahmen aus dem Flughafen verglichen. Bei dem so ermittelten Mann handele es sich um einen 31-jährigen international tätigen Gepäckdieb. Er habe bereits mehrjährige Haftstrafen in Großbritannien wegen des gewerbsmäßigen Diebstahls hochwertiger Gepäckstücke verbüßt. Als Tatorte habe er zumeist Flughäfen und exklusive Hotels gewählt. Bei den zurückliegenden Taten habe er mehrfach unter Alias-Personalien agiert. Derzeit trügen die Ermittler der "EK Flughafen" über das Bundeskriminalamt die kriminalpolizeilichen Erkenntnisse zu dem 31-Jährigen aus anderen Ländern zusammen. Der momentane Aufenthaltsort des Mannes sei nicht bekannt. 

Aus ermittlungstaktischen Gründen nennen die Behörden den Namen des Mannes derzeit nicht. Es gilt als möglich, dass die Mehlpakete von Drogenhändlern zur Täuschung ihrer eventuellen Abnehmer benutzt wurden. Die Polizei sucht noch weitere Hinweise aus der Bevölkerung zum mit Fotos aus London dekorierten Rollkoffer.

 

UPDATE:
Der verdächtige Mann wurde am Dienstag in einem Düsseldorfer Hotel von der Polizei festgenommen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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