27.10.2010
FLUG REVUE

Ryanair streicht ein Drittel ihrer Hahn-FlügeRyanair: Streichkonzert in Frankfurt-Hahn

Die irische Niedrigpreisfluggesellschaft will ein Drittel ihrer Flüge in Frankfurt-Hahn im Sommer 2011 streichen. Das Unternehmen begründet den dramatischen Rückzug mit der neuen Luftverkehrsabgabe in Höhe von acht Euro für Kurzstreckenflüge.

Ryanair reduziere ihre Flüge ab Frankfurt-Hahn im Sommerflugplan 2011 um 30 Prozent, teilte die Fluggesellschaft heute mit. Dies werde den Verlust von einer Million Passagieren an der größten deutschen Ryanair-Basis zur Folge haben. Zum Sommerflugplan 2011 werde die dort eingesetzte Flotte außerdem von elf auf acht Flugzeuge reduziert.

Statt 500 wöchentlicher Flüge würden künftig unter 400 Flüge angeboten. Man erwarte statt zuletzt 3,9 Millionen nur noch 2,9 Millionen Fluggäste, so dass rund 150 direkte Arbeitsplätze bei Ryanair und weitere 1000 indirekte etwa bei Zulieferfirmen gefährdet seien.

Für den Flughafen in Rheinland-Pfalz bedeute dies ab Sommer 2011 zudem den Verlust von neun Ryanair-Direktflügen nach Agadir, Berlin (ab 10. Januar 2011), Danzig, Göteborg, Klagenfurt, Prag, Santiago de Compostela, Sevilla und Breslau. Darüber hinaus würden 15 Frequenzen ab Frankfurt-Hahn reduziert.

Ryanair bedauere die Einführung der Luftverkehrsabgabe durch die Bundesregierung und sei der Auffassung, dass die Destination Deutschland dadurch wettbewerbsunfähig werde. Der Flugverkehr habe besonders in den europäischen Ländern zugenommen, die keine Flugsteuer eingeführt hätten oder diese wieder abgeschafft hätten (z. B. Holland, Belgien, Griechenland oder Spanien).

Michael Cawley, Chief Operating Officer bei Ryanair, sagte dazu heute in Frankfurt: „Ein Blick über nationale Grenzen sollte der deutschen Regierung die negativen Effekte einer solchen Abgabe verdeutlichen. In Irland und Großbritannien führt eine derartige Steuer nachweislich noch immer zu fallenden Verkehrszahlen und einem spürbaren Einbruch der Tourismusindustrie.“

Ryanair werde die drei Flugzeuge an anderen europäischen Flughäfen stationieren, die kostengünstiger seien und deren Länder keine zusätzlichen Steuern verlangten. Man appelliere nochmals an die Politik, die geplante Luftverkehrssteuer zu überdenken und vor allem die negativen Auswirkungen auf den Flugverkehr in Deutschland zu berücksichtigen, so Cawley.



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