05.11.2013
FLUG REVUE

Schweizer Flugsicherungsprojekt "Stripless"Skyguide: Mausklick statt Papierstreifen

Die schweizer Flugsicherung Skyguide modernisiert ihre Bezirksleitstellen Genf und Zürich. Ein neues elektronisches System löst dabei die Koordination der Flugbewegungen mittels hergebrachter Papierstreifen und Telefon ab. Künftig reichen sich die Fluglotsen die Flüge per Mausklick weiter.

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Ein schweizer Fluglotse nutzt Papierstreifen zur Koordination seiner Flugbewegungen. Der unterste Streifen gehört zu einem Flug einer Boeing 737-300 der Deutschen Lufthansa nach Frankfurt. Skyguide ersetzt dieses System schrittweise durch eine neues elektronisches Verfahren. Foto und Copyright: Skyguide  

 

Der erste Umstellungschritt sei in der Nacht vom 4. auf den 5. November erfolgt, teilte Skyguide mit. Der nächste Umstellungsschritt erfolge in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember in den Bezirksleitstellen Genf und Zürich. Mit der Anwendung der elektronischen Koordination setze Skyguide einen der wichtigsten Meilensteine in der Schweizer Flugsicherung der letzten 30 Jahre. Dieser Evolutionsschritt beinhalte auch ein neues Sicherheitsnetz zur Überwachung der Flughöhe.

Mit dem Projekt "Stripless" löse Skyguide in der Schweiz schrittweise die Flugüberwachung mittels gedruckter Papierstreifen durch elektronische Anwendungen ab. Die elektronische Koordination ermögliche den Flugverkehrsleitern neu die Übergabe von Flugzeugen per Mausklick ohne telefonische Koordination zwischen den verschiedenen Sektoren. Der Wegfall dieser bisher notwendigen Koordination per Telefon reduziere den Arbeitsaufwand, limitiere mögliche Fehlerquellen und erhöhe somit weiter das Sicherheitsniveau und die Effizienz in der Luft.

Zudem werde mit diesem zweiten Schritt im Projekt "Stripless" die elektronische Überwachung der Flughöhe eingeführt. Die so genannte EHS-CLAM-Funktion (Cleared Level Adherence Monitoring based on Enhanced Mode S) warne den Fluglotsen bei einer Diskrepanz zwischen der Höhenfreigabe der Flugsicherung und der vorgewählten Höhe im Flight-Management-System bzw. Autopiloten des Flugzeugs. Die CLAM-Funktion sei bereits Anfang 2012 in einer ersten Version operationell installiert worden. Die neue Version integriere ausführlichere Flugzeugdaten (Enhanced Mode S) und einen automatischen Alarm in die CLAM-Funktion.

Skyguide erfülle mit dieser EHS-CLAM-Funktion eine Sicherheitsempfehlung der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle SUST, die im Bericht über einen Vorfall vom 10. Juni 2011 ausgesprochen worden sei. Skyguide arbeite laufend an der Weiterentwicklung von Massnahmen und Prozessen, um die Sicherheit im von ihr kontrollierten Luftraum zu erhöhen. Mit der Einführung der EHS-CLAM-Funktion nehme die Schweizer Flugsicherung eine Pionierrolle ein und positioniere sich an der Spitze der europäischen Flugsicherungen. Während der Umstellungen komme es zu vorübergehenden Einschränkungen der Kapazität, über die die Nutzer vorab informiert worden seien.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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