19.04.2016
FLUG REVUE

Fliegende VogelscheucheWeeze testet Raubvogel-Drohne "Robird"

Ein niederländisches Forscherteam der Universität Twente erprobt am Niederrhein-Flughafen in Weeze seit Februar eine neurartige Raubvogel-Drohne, die Vogelschwärme am Flughafen verscheucht.

Robird Vogeldrohne Clear Flight Solutions

Das niederländische Unternehmen Clear Flight Solutions hat mit der Drohne "Robird" eine täuschend echte Falkenattrappe fertiggestellt, die an Flughäfen Vogelschwärme verscheucht. Foto und Copyright: Clear Flight Solutions  

 

Die Erprobungsflüge fänden seit Februar mit behördlicher Genehmigung und jeweiliger Tower-Erlaubnis statt, teilte Flughafensprecher Holger Terhorst am Dienstag auf Nachfrage der FLUG REVUE mit. Der Flughafen Weeze unterstütze die Forscher mit Kontakten zu den Genehmigungsbehörden. Der Drohneneinsatz klappe problemlos.

Die bisher ferngesteuerten, künftig aber auch zum autonomen Flug fähigen Drohnen, sehen Raubvögeln wie Falken (Drohnenversion mit 120 cm Spannweite) oder Adlern (Drohnenversion mit 220 cm Spannweite) äußerlich täuschend ähnlich. Sie fliegen durch Flügelschlag und in raubvogeltypischen Mustern, so dass alle Vogelschwärme in Sichtweite instinktiv reißaus nehmen. Die 750 Gramm schweren Drohnen mit Elektroantrieb entstehen im 3D-Druck aus schlagfestem Verbundwerkstoff. Ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei bis zu 80 Stundenkilometern.

Vögel und Jets vertragen sich nicht

Vogelschwärme an Flughäfen sind wegen der Gefahr von Vogelschlägen und Triebwerksausfällen grundsätzlich unerwünscht. Bisher versuchen sich Flughäfen dagegen durch angesiedelte echte Raubvögel, traditionelle Vogelscheuchen, eine für Vögel unattraktiv kurz gehaltene Graslänge und sogenannte "Vogelvergrämer" zu schützen, die mit Knall- und Blitzkörpern arbeiten.

Die niederländischen Forscher vermarkten ihre Drohnen unter der Marke Clear Flight Solutions. In den Niederlanden wurden die Drohnen bereits auf landwirtschaftlichen Anlagen und im Umfeld von Müllkippen erprobt. Wegen strengerer Gesetze sind dagegen Einsätze auf Flughäfen im Heimatland der Forscher noch nicht möglich.



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