28.08.2015
FLUG REVUE

Hauptstadtflughafen muss bis zur BER-Eröffnung durchaltenWichtige Unterhaltungsarbeiten am Flughafen Tegel abgeschlossen

Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hat drei wichtige Unterhaltungsmaßnahmen am Flughafen Tegel abgeschlossen. Das seit Jahren an und über seiner Kapazitätsgrenze arbeitende Tegel muss mindestens bis zur BER-Eröffnung durchhalten.

Flughafen Berlin Tegel Südbahn Antiskid-Belag

Die südliche Start- und Landebahn in Berlin-Tegel hat einen neuen "Antiskid"-Belag erhalten. Foto und Copyright: Wicker/ Flughafen Berlin Brandenburg  

 

Ein Investitionsprogramm für den Flughafen Berlin-Tegel sei in zentralen Bereichen abgeschlossen worden, teilte die Flughafengesellschaft mit. Dabei sei die südliche Start- und Landebahn mit einem Anti-Skid-Belag ausgestattet worden. Diese rutschfeste Startbahnbeschichtung erleichtert den Flugzeugen das Bremsen und Steuern auf der Bahn und ist bei der hohen Nutzungsfrequenz der Tegeler Pisten ein wichtiger Sicherheitsfaktor.

Auch ein Sprinklertank, der im Notfall zur Brandbekämpfung benötigt wird, wurde ausgetauscht. Zudem sorge nun eine neue Kältemaschine dafür, dass das Klima in den Fluggastterminals für die Passagiere auch bei Hitze angenehm bleibe. Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hatte im März angekündigt, weitere 19 Millionen Euro in die Infrastruktur des Flughafens Tegel zu investieren.

Christian Gaebler, Staatssekretär für Verkehr und Umwelt in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt von Berlin, sagte: „Bis der Flughafen Berlin Brandenburg eröffnet muss der Großteil des Berliner Flugverkehrs hier in Tegel abgewickelt werden. Insofern war es richtig, dass wir nochmals in den Standort investiert haben. Die jetzt umgesetzten Maßnahmen stehen ganz im Zeichen der Erhaltung der Betriebssicherheit und sind trotz der nur noch beschränkten Betriebszeit von Tegel nötig."

Elmar Kleinert, Geschäftsleiter Operations der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Die Passagierzahlen in Tegel nehmen weiter zu. Unser Ziel ist es, den Flugbetrieb so reibungsarm wie möglich zu gestalten. Die größte Einzelmaßnahme des Betriebssicherungsprogramms war die Sanierung der südlichen Start- und Landebahn für rund drei Millionen Euro. Mit den erfolgten Investitionen in die Infrastruktur und unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir jetzt für das hohe Fluggastaufkommen gut gerüstet."

Auf der Start- und Landebahn Süd wurden zwischen Mai und Juli insgesamt 105.000 Quadratmeter Anti-Skid-Belag aufgebracht. Die Arbeiten fanden ausschließlich nachts statt, um den Flugbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Ziel war die Schaffung einer einheitlichen Oberflächenstruktur und die Sicherstellung einer entsprechenden Griffigkeit bei schlechten Witterungsbedingungen. Zunächst wurde die vorhandene Asphaltoberfläche mit einem speziellen Wasserhochdruckverfahren gereinigt und die Markierung abgefräst. Anschließend wurde abschnittsweise der etwa drei Millimeter dicke Anti-Skid-Belag aufgebracht und mit einem Tag Versatz die Markierung erneuert. 

Der über vierzig Jahre alte Sprinklertank am Flughafen Tegel musste ausgetauscht werden, um die Betriebssicherheit weiterhin gewährleisten zu können. Der neue Tank ist ein offener Behälter aus Stahl, der rund 22.800 Liter Flüssigkeiten fassen kann. Der Behälter ist 5,00 Meter lang, 2,40 Meter breit und 2,00 Meter hoch. Die Durchflussgeschwindigkeit beträgt bis zu 3000 Liter pro Minute. Hier kann beispielsweise die Feuerwehr im Notfall ihre Fahrzeugtanks auffüllen. Zudem werden die Sprinkleranlagen in den Fluggasterminals von hier gespeist. Der Austausch des Sprinklertanks dauerte 14 Tage und kostete rund 50.000 Euro.

Am Flughafen Tegel sorgen zwei Kältemaschinen für die Klimatisierung der Fluggastterminals. Durch einen mechanischen Defekt in der Schaltanlage wurde eine der beiden zerstört. Um das damit einhergehende Risiko eines Komplettausfalls der Kälteversorgung zu beseitigen, musste eine neue Kältemaschine beschafft und eingebaut werden. Der Austausch der 21 Tonnen schweren Maschine erfolgte in einem Tag, die Inbetriebnahme konnte im Juli abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 504.000 Euro.

Als nächstes werden Toiletten im Terminal C und D saniert, die automatischen Bordkartenkontrollen ausgeweitet, das Langstreckengate im Terminal A erweitert und die Gepäckfördertechnik ertüchtigt. Auch Asphaltflächen auf der Landseite sowie das Leitungs- und Kanalsystem müssen erneuert werden. Einsatz- und Reinigungskräfte in Tegel wurden bereits aufgestockt.

In der Hoffnung auf eine baldige BER-Eröffnung hatte die Flughafengesellschaft ihre Investitionen in Tegel, das danach zur Schließung vorgesehen ist, seit Jahren planmäßig heruntergefahren. Die jahrelangen Bauverspätungen in BER hatten jedoch den geplanten Umzug verschoben, so dass in Tegel der entstandene Investitionsstau aufgeholt werden muss, um das weiterhin steigende Berliner Flugaufkommen zu bewältigen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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