01.06.2010
FLUG REVUE

Wird der Berliner Flughafen BBI erst später fertig?Wird der Flughafen BBI erst später fertig?

Der Bau des Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) und dessen für Ende Oktober 2011 geplante Eröffnung könnten sich verzögern. Einerseits ist eine an der Planung des Innenausbaus beteiligte Ingenieurfirma insolvent und andererseits müssen die Flächen für künftig von der EU geforderte erweiterte Sicherheitsschleusen nun nach Meinung der Bundespolizei verdoppelt werden.<br />

Baustelle BBI

Luftbild der BBI-Großbaustelle. Foto: Laubner/ Berliner Flughäfen  

 

Der Flughafen Berlin Brandenburg International BBI könnte erst später fertig werden, als der bislang genannte Eröffnungstermin am 30. Oktober 2011. Dieser Termin war noch beim Terminal-Richtfest am 7. Mai genannt worden. Nach entsprechenden Berliner und Brandenburger Medienberichten vom Wochenende nahm heute auch die Berliner Flughafengesellschaft dazu Stellung:

Laut bisherigem Planungsstand sei weiterhin vorgesehen, dass der BBI am 30. Oktober 2011 in Betrieb gehe. Die Berliner Flughäfen untersuchten derzeit jedoch aufgrund aktueller Erkenntnisse der vergangenen Tage intensiv zwei Themen:

1. Im Gegensatz zu mehreren, vorherigen Pünkltichkeitsbeteuerungen hätten die Berliner Flughäfen am 19. Mai 2010 ein Schreiben des BBI-Projektsteuerers WSP CBP Airport GmbH erhalten, in dem auf eine Gefährdung des Zeitplans durch die insolvenzbedingten Verzüge bei der an der technischen Gebäudeausstattungsplanung beteiligten Firma IGK-IGR Ingenieurgesellschaft Kruck mbH hingewiesen worden sei. Am 25. Mai 2010 seien diese divergierenden Einschätzungen unter Hinzuziehung eines externen von der Flughafengesellschaft in Auftrag gegebenen Gutachtens in der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen erörtert worden.

2. Die EU-Kommission habe bekannt gegeben, ab April 2013 wieder Getränke und andere Flüssigkeiten im Handgepäck von Passagieren zuzulassen. Dafür sei voraussichtlich der Einsatz größerer Prüfgeräte als der heute üblichen Scanner notwendig. Am 25. Mai 2010 habe die Bundespolizei bei den Berliner Flughäfen ihre konkretisierte Prognose zu den Konsequenzen der EU-Verordnung präsentiert. Sie komme nun zu dem Schluss, dass die Umsetzung der Verordnung zu einer Verdoppelung des Flächenbedarfs beim Sicherheitsbereich des BBI führe. Dies führe zu Platzproblemen an den BBI-Sicherheitsschleusen und habe erheblichen Einfluss auf die Konfiguration des BBI-Terminals. Gemeinsam mit den BBI-Architekten und der Bundespolizei bewerteten die Berliner Flughäfen die Folgen der künftigen Handgepäck-Regeln und suchten intensiv nach Lösungen, die im Zeit- und Budgetrahmen lägen.

Am 26. Mai 2010 habe der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Berliner Flughäfen, Klaus Wowereit, der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen aufgrund der aktuellen Erkenntnisse der vergangenen Tage den Auftrag erteilt, beide Themen intensiv zu prüfen und belastbare Lösungsvorschläge zur Sitzung des Projektausschusses am 11. Juni 2010 zu erarbeiten, so dass der Aufsichtsrat am 25. Juni 2010 entscheiden könne.

 



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