18.12.2008
FLUG REVUE

18.12.2008 - Ryanair Frankfurt-HahnZoff auf dem Hahn: Ryanair erwägt Rückzug

Am Flughafen Hahn im Hunsrück herrscht dicke Luft zwischen der Betreibergesellschaft Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und der Discountairline Ryanair.

Der Flughafen Frankfurt-Hahn hat am 18. Dezember die Einführung eines so genannten "HahnTalers" verkündet, einer Gebühr für abfliegende Passagiere in Höhe von drei Euro, die ab dem zweiten Quartal 2009 eingeführt werden soll.

Flughafen-Geschäftsführer Uwe Klettenheimer begründete die Einführung der lange dementierten Passagiergebühr: "Wir wollen die Erfolgsgeschichte des Airports weiter schreiben. Deshalb müssen wir den Flughafen jetzt wetterfest machen und in die Gewinnzone bringen." Neben der Gebühr soll auch das Terminal auf 4.500 Quadratmeter erweitert werden. Zusätzlich wird die Entwicklungsgesellschaft Hahn die brach liegenden Flächen rund um den Flughafen professionell entwickeln.
 
Kaum war die Meldung verkündet, kündigte Ryanair an, dass sie als Reaktion auf die Einführung des "HahnTalers" Flugzeuge von Frankfurt-Hahn abziehen und eine "Vielzahl ihrer Verbindungen einstellen" werde. Ryanair ist die größte Fluggesellschaft am Platz und für mehr als 90 Prozent des Passagieraufkommens in Frankfurt-Hahn verantwortlich.

Michael Cawley, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der irischen Gesellschaft, sagte: "Die törichte Entscheidung des Flughafens, dort nun mit dem so genannten HahnTaler eine Flughafenentwicklungsgebühr zu erheben, entgegen unsererm Rat und unseren Bedenken, die wir als größter Airline-Partner geäußert haben, wird den Passagierverkehr dort vernichten. Ryanair wird ihre Kapazitäten am Flughafen Frankfurt-Hahn nach unten anpassen, um dem unvermeidlichen Nachfragerückgang auf diese Gebühreneinführung aufzufangen."

Cawley erklärte weiter: "Unglücklicherweise wird dies zwangsläufig zur Einstellung zahlreicher bislang angebotener Routen führen, was wiederum einen deutlichen Rückgang der Fluggastzahlen und in der Folge den Verlust von tausenden direkter wie indirekter Arbeitsplätze am und rund um den Flughafen bedeuten wird."



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