31.10.2014
FLUG REVUE

"Winterruhe" und PersonalabbauZweibrücken stellt den Flugbetrieb ein

Der insolvente Flughafen Zweibrücken will ab November seinen Flugbetrieb "ruhen" lassen, wenn nicht noch Investoren gefunden werden. Ein Großteil der 100 Mitarbeiter muss entlassen werden.

Flughafen_Zweibrücken

Der Flughafen Zweibrücken in Rheinland-Pfalz konkurriert mit dem benachbarten Flughafenstandort Saarbrücken im Saarland. Foto und Copyright: Flughafen Zweibrücken  

 

Nachdem am 3. November, mit Ende des Sommerflugplans, die letzten
planmäßigen Passagierflüge am Flughafen Zweibrücken abgefertigt worden seien, werde der Betrieb "in einen Ruhezustand versetzt", teilte der Flughafen Zweibrücken mit.

„Wir stehen nach wie vor mit potenziellen Investoren in Gesprächen. Von deren Ausgang wird der weitere Verlauf maßgeblich abhängen. Derzeit planen wir, das Flughafengelände vorerst winterfest zu machen und zu sichern. Wir können damit zugleich noch einen Zustand gewährleisten, der die prinzipielle Möglichkeit erhält, Flüge nach Anmeldung sowie luftfahrtrechtlicher Genehmigung von Zweibrücken aus durchzuführen. Letztlich ist jedoch Voraussetzung, dass dies finanziert wird“, teilte der vom Amtsgericht Zweibrücken bestellte Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner am Donnerstag bei einer Betriebsversammlung am Flughafen mit. Ein Großteil der rund 100 Mitarbeiter müsse mit Wirkung zum vierten November unwiderruflich entlassen werden. Bis zum Auslaufen des Insolvenzgeldzeitraums, Ende September, erhielten die Mitarbeiter für Oktober noch reguläre Lohn- und Gehaltszahlungen.

"Wir sind weiter in Verhandlungen mit potenziellen Investoren, wobei die Vorstellungen der verschiedenen Interessenten die ganze Spannweite von der Fortführung eines Flughafenbetriebs bis zur Stilllegung und anderweitigen Nutzung des Geländes umfassen“, so Plathner. Seit der Beantragung des Insolvenzverfahrens im Juli sei der Flugbetrieb reibungslos gelaufen. Mit 37.651 Passagieren habe der Flughafen Zweibrücken sogar den passagierstärksten September seiner Geschichte verbucht.

Zweibrücken kämpft seit langem mit dem nur knapp 30 Kilometer Luftlinie entfernten Flughafen Saarbrücken um den gleichen Markt. Durch verschärfte Wettbewerbsvorschriften der EU dürfen dicht benachbarte Flughäfen nicht mehr parallel subventioniert werden. Deswegen hatte die EU 47 Millionen Euro unrechtmäßig gezahlter Beihilfen von Zweibrücken zurückgefordert, woraufhin der Flughafen ein Insolvenzverfahren eröffnen musste.

Eine Reihe deutscher Regionalflughäfen kämpft mit ähnlichen Problemen. Während der klassische Regionalflugverkehr aufgrund steigender Ölpreise zurückgegangen ist und nicht mehr, wie früher, politisch subventioniert wird, ist der Ferienflugverkehr ein stark saisonales Geschäft, das alleine einen Flughafen oft nicht über das gesamte Jahr auslastet. Schließlich gibt es noch die Billigairlines, deren Passagiermengen oft zunächst teure Ausbauten der Infrastruktur erfordern, ohne dass sich diese Airlines an den entsprechenden Kosten beteiligen wollen. 

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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