15.06.2009
FLUG REVUE

AlixPartners-Studie: Flugzeugindustrie in schweren Turbulenzen

Die Luftfahrtindustrie ist von der globalen Wirtschaftskrise stark getroffen und die Unternehmen müssen weitreichende Maßnahmen umsetzen, um den Abschwung zu überstehen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der auf Turnarounds und Ertragssteigerungsprogramme spezialisierten AlixPartners.

Nachdem die Aerospace-Industrie in den letzten fünf Jahren weltweit ein stark profitables Wachstums erlebte, das das zu einer durchschnittlichen Industrie EBIT-Marge von rund zehn Prozent im Jahr 2007-2008 führte, ist nun auch im Flugzeugbau der Abschwung angekommen. Für alle Flugzeugklassen verzeichnen die Hersteller dramatische Bestell-Rückgänge sowie Stornierungen bereits bestellter Flugzeuge. Die US-amerikanischen Airlines sind mit einem durchschnittlichen Verschuldungsgrad von 80 Prozent deutlich weniger Liquide als die europäischen Fluglinien mit einem durchschnittlichen Verschuldungsgrad von rund 42 Prozent. Fehlende Liquidität erschwert es den Fluggesellschaften neue Flugzeuge zu kaufen.

Dadurch verschlechtert sich insbesondere auch die Finanzsituation der Zulieferer der Flugzeugindustrie, deren Lagerbestände sich erhöhen und deren Konkurrenzsituation sich verschärft. Der durchschnittliche Verschuldungsgrad der Zulieferer der Aerospace-Industrie stieg seit Mitte 2008 um 15 Prozent. Der Anteil der Zuliefererfirmen, die sich im finanziellen Risikobereich bewegen, stieg gemä? der AlixPartners-Studie seit 2006 von 23 Prozent auf heute rund 40 Prozent. "Das Management von in Schwierigkeiten geratenen Zulieferern wird für die großen Hersteller noch stärker als bisher zu einem entscheidenden Thema werden", sagt dazu Stefan Ohl, Managing Director von AlixPartners.

Für die gesamte Flugzeugindustrie errechnete AlixPartners einen 30 prozentigen Rückgang des Altman Z-Score, der die finanzielle Gesundheit von Unternehmen misst und zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit von Insolvenzen verwendet wird. Chancen durch sinkende Bewertungs-Multiples Die durchschnittlichen Bewertungsmultiples für die Luftfahrtindustrie haben sich laut AlixPartners in der Krise durchschnittlich vom zehnfachen im Jahr 2007 auf das fünf- bis sechsfache EV/EBITDA reduziert. Daraus ergeben sich nach Einschätzung der AlixPartners-Studie gute Möglichkeiten für Unternehmen mit flüssigen Mitteln.

"Ein verbessertes Liquiditätsmanagement und umfangreiche Kostensenkungsprogramme sind als kurzfristige Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität in der Flugzeugindustrie unverzichtbar. Langfristig müssen die Hersteller jedoch ihr gesamtes Programmmanagement überdenken, Komplexität reduzieren und realistische Planungsszenarien entwerfen. Wer jetzt richtig handelt und sich gut aufstellt, wird am Ende gestärkt aus der Krise hervorgehen" sagt Stefan Ohl über die notwendigen Maßnahmen für Unternehmen der Luftfahrtindustrie.




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