28.04.2009
FLUG REVUE

BDLI-Jahresbilanz 2008BDLI sieht turbulente Zeiten für die Industrie

Trotz der guten Ergebnisse 2008 muss die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie 2009 und 2010 mit schwierigen Jahren rechnen - vor allem deswegen, weil die Dauer der derzeitigen Wirtschaftskrise nicht absehbar ist.

Wie der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie auf seiner Jahrespressekonferenz mitteilte konnte der Branchenumsatz 2008 um 12,4 Prozent auf ein Volumen von 22,7 Mrd. Euro gesteigert werden. Der Exportanteil der derzeit rund 170 im Verband organisierten Unternehmen blieb im vergangenen Jahr stabil bei rund 74 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die Beschäftigtenzahl um 5,4 Prozent auf rund 93000, womit für die Gesamtbranche annähernd das Rekordhoch von 1990 erreicht wurde.

Wegen der Wirtschaftskrise geht der BDLI davon aus, dass sich das Wachstums- und Erfolgsniveau der letzten Jahre für 2010 und 2011 nicht halten lassen wird. Mittelfristig rechnet die Branche – entsprechend der Logik aller vergleichbaren Krisen der vergangenen Jahrzehnte und wegen des unverändert wachsenden Mobilitätsbedarfs in globalen Zukunftsmärkten – damit, wieder auf die vorherige Wachstumsspur zu gelangen. Stabilisierend für die Luft- und Raumfahrt in dieser schwierigen Phase wirken langfristige Verteidigungs- und Raumfahrtprogramme, die nicht unmittelbar konjunkturgebunden sind.

Ein Problemfeld sind die mittelständischen Zulieferer und Ausrüster, die laut einer BDLI-Mitgliederbefragung im November 2008 mehr Finanzierungssicherheit und Kapital benötigen, um in wettbewerbsrelevante Zukunftstechnologien investieren und damit an zukünftigen Programmen teilhaben zu können. BDLI-Vizepräsident Ott sagte hierzu: „Nach unseren jüngsten Analysen im Februar 2009 ist die Lage zunehmend kritisch. Die Mittel, die durch im Verzug befindliche Programme wie Airbus A380, A400M und Boeing 787 unerwartet gebunden sind, sorgen ebenso wie die für die A350-Produktentwicklung erforderlichen Aufwendungen für erhebliche finanzielle Anspannung. Es ist nicht auszuschließen, dass bereits 2009 einige kleine, aber für die Lieferkette nicht einfach ersetzbare Unternehmen der Ausrüstungs- und Zulieferbranche an der schwierigen Finanzsituation scheitern könnten; zumal Banken kaum bereit sind, Kreditlinien zu erhöhen."

Die zivile Luftfahrt konnte 2008 ein Umsatzplus von 17,3 Prozent verbuchen und erreichte ein Umsatzvolumen von 15,3 Mrd. Euro. Die Beschäftigtenzahl stieg im gleichen Zeitraum um 8 Prozent auf rund 62.000. Mit einem Anteil von 66,7 Prozent blieb die zivile Luftfahrt größter anteiliger Umsatzträger der Branche.

Das Industriesegment Verteidigung und Sicherheit steigerte seinen Umsatz leicht (plus 0,7 Prozent) und erwirtschaftete ein Umsatzvolumen von 5,8 Mrd. Euro. In diesem Segment waren 2008 rund 20.300 Menschen beschäftigt, was einem leichten Beschäftigungszuwachs im Vergleich zum Vorjahr entspricht (plus 1,1 Prozent).

In der Raumfahrt konnte der Umsatz um 15,3 Prozent auf rund 1,7 Mrd. Euro gesteigert werden. Der Personalzuwachs betrug im gleichen Zeitraum 10 Prozent auf insgesamt rund 6.100 Beschäftigte.




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