06.12.2012
FLUG REVUE

Einigung über Staatsanteile bei EADS

Nach langwierigen Verhandlungen über eine neue Aktionärsstruktur hofft EADS auf eine Vereinfachung der Konzernführung. Gleichzeitig sollen die strategischen staatlichen Interessen geschützt werden.

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EADS Logo. Copyright: EADS  

 

Wie erwartet reduzieren die Daimler AG und Lagardère SCA ihre Beteiligung weitgehend. Deutschland und Frankreich beabsichtigen eine Erhöhung ihres Anteils auf jeweils 12 Prozent, Spanien auf etwa 4 Prozent. Der Streubesitz von EADS-Aktien wird sich somit voraussichtlich von 49 auf über 70 Prozent erhöhen.

Tom Enders, Chief Executive Officer von EADS erklärte: „Heute ist ein guter Tag für EADS! Dies ist ein großer Schritt hin zu einer neuen Führungsstruktur. Wir vollziehen damit die wichtigste Änderung seit der Gründung von EADS vor mehr als zwölf Jahren.... Die Leitung des operativen Geschäfts steht nicht mehr unter dem Einfluss verschiedener Anteilseigner oder Aktionärsgemeinschaften.“

Zu den zentralen Punkten der Vereinbarung gehören laut EADS:
* Frankreich und Deutschland streben eine gleichberechtigte Gesellschafterstellung an. Gleichzeitig erhalten die derzeitigen industriellen Hauptaktionäre Daimler AG und Lagardère SCA die Möglichkeit, sich von Teilen ihrer Pakete zu trennen und ihre Anteile nach eigenem Ermessen zu veräußern.
*Abhängig von der Entscheidung der außerordentlichen EADS-Hauptversammlung wird der seit Gründung des Unternehmens im Jahr 2000 geltende Aktionärspakt („Participation Agreement“) aufgelöst und durch eine neue, begrenzte Vereinbarung zwischen den Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Spaniens ersetzt.
* Frankreich, Deutschland und Spanien haben sich auf eine staatliche Höchstbeteiligung geeinigt (zwölf plus zwölf plus vier Prozent). Die geänderte EADS-Satzung wird eine Eigentums- und Stimmrechtsbeschränkung auf 15 Prozent enthalten, die weder von Einzelaktionären noch von Aktionärsgruppen überschritten werden darf.
* Die speziellen nationalen Sicherheitsinteressen Frankreichs und Deutschlands werden durch die Schaffung „nationaler Verteidigungsunternehmen“ geschützt, die sensible militärische Programme verwalten werden.

Was die Abwicklung der Aktienverkäufe betrifft, so beabsichtigt die Daimler AG, ihre Beteiligung an EADS bis Jahresende 2012 um bis zu 7,44 Prozent des Aktienkapitals zu verringern. Aus diesem Konvolut plant die KfW rund 2,76 Prozent zu kaufen.

Parallel und zu einem in Zusammenhang mit der geplanten Daimler-Transaktion definierten Preis beabsichtigt die KfW die privat gehaltenen Aktien des so genannten Dedalus-Konsortiums aufzukaufen, das insgesamt 7,44 Prozent des EADS-Aktienkapitals hält. So wird die KfW gemeinsam mit anderen öffentlichen deutschen Körperschaften mit Dedalus-Anteilen insgesamt 10,2 Prozent der EADS-Aktien halten (dies entspricht einer Beteiligung von 12 Prozent nach Abschluss des unten beschriebenen Aktienrückkaufs im Umfang des beschlossenen Höchstwerts von 15 Prozent).

Vorbehaltlich der üblichen Bedingungen und der Zustimmung der außerordentlichen Hauptversammlung plant EADS ein Rückkaufprogramm für bis zu 15 Prozent der ausstehenden Aktien und deren anschließende Einziehung in zwei identischen und zeitgleichen Tranchen unter denselben Bedingungen: Die erste Tranche von bis zu 7,5 Prozent steht allen EADS-Aktionären mit Ausnahme der Vertragsparteien offen. Bei der zweiten Tranche von maximal 7,5 Prozent sind Lagardère SCA bis zu 5,5 Prozent vorbehalten.

In Zusammenhang mit der Änderung der Führungsstruktur hat sich EADS verpflichtet, vor Ausübung seiner Stimmrechte bei der Hauptversammlung von Dassault Aviation die französische Regierung zu konsultieren, und dem französischen Staat ein Vorkaufsrecht / Ablehnungsrecht im Falle der teilweisen oder gesamten Veräußerung seiner Anteile an Dassault Aviation eingeräumt.



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