26.05.2014
FLUG REVUE

Messe Berlin und BDLI ziehen positives Fazit227000 Besucher auf der ILA 2014

Die ILA-Veranstalter ziehen ein positives Fazit: Die Veranstaltung verzeichnete 1203 Aussteller aus 40 Ländern sowie 227000 Besucher, davon 120000 Fachbesucher.

Eröffnet wurde die ILA 2014 von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie dem Verkehrsminister des Partnerlandes Türkei, Lütfi Elvan. Aus dem Bundeskabinett statteten der Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, sowie der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, der ILA einen Besuch ab. Hochrangige Delegationen aus Deutschland und der ganzen Welt waren Gast der ILA.

Ein besonderer Höhepunkt war laut Veranstalter der Space Pavillon, der der Fachwelt und dem Publikum den Nutzen der Raumfahrt für die Menschheit anschaulich darstellte. In Anwesenheit von Bundeskanzlerin Merkel haben die European Space Agency (ESA) und Airbus Defence and Space die ersten Vertragsdokumente unterzeichnet, die die nächste Entwicklungsphase für die Nachfolgeserie der MetOp-Wettersatelliten einläuten.

Die Bundeswehr stellte als wichtiger Einzelaussteller der ILA 2014 ihre Fähigkeiten in einem umfangreichen Auftritt dar. Das International Suppliers Center (ISC) sei mit über 1000 vorangemeldeten Kundengesprächen eine effiziente Marketingplattform für die gesamte Zulieferindustrie. Auf mehr als 60 Konferenzen tauschten sich im Verlauf der ILA mehrere Tausend Fachleute über aktuelle Entwicklungen in der Luft- und Raumfahrt aus. Segmente und Themen wie UAS (Unmanned Aircraft Systems) oder „Ökoeffizientes Fliegen“ stießen auf großes Interesse. Rund 3800 Medienvertreter aus 55 Ländern akkreditierten sich zur ILA 2014.

Dietmar Schrick, Hauptgeschäftsführer des BDLI, zog ein positives Fazit: „Die ILA hat in diesem Jahr in ihrer 105-jährigen Geschichte die zweithöchste Messebeteiligung erzielt. Erneut hat die ILA ihren Platz im Wettbewerb der wichtigsten internationalen Aerospace-Messen behauptet: Mit ihrem Konzept greift sie zielgerichtet die Trends und Schwerpunktthemen unserer High-Tech-Branche auf. Besonders bewährt hat sich die ILA in den hinter uns liegenden Tagen als Dialogplattform für Entscheidungsträger und Fachleute aus Industrie, Politik, Militär, Wissenschaft und Forschung – aus dem In- und Ausland. Mehr als 1200 Aussteller aus 40 Nationen haben ihr Leistungsspektrum der Fachwelt und der interessierten Öffentlichkeit vorgeführt. Ein weiterer Anlass zur Freude ist die sehr gute Rückmeldung der Aussteller und Fachbesucher.“

Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH, sagte: „Die ILA hat sich mit innovativen Produkten als Leistungsschau der nationalen und internationalen Luft- und Raumfahrtindustrie präsentiert. Zu diesem Erfolg entscheidend beigetragen hat die optimale Infrastruktur des Berlin ExpoCenterAirport, die luftfahrtaffine Veranstaltungen auf höchstem Niveau ermöglicht. Die Berlin Air Show hat auch in diesem Jahr einem begeisterten Publikum die ganze Faszination der Luft- und Raumfahrt mit all ihren Facetten erlebbar gemacht. Nicht zuletzt die Ausstrahlung der Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg und das jahrelange Veranstaltungs-Know how der Messe Berlin machen die ILA zu einem der weltweit effizientesten Branchentreffen.“

Rund 300 Fluggeräte wurden im Verlauf der Messe am Boden und in der Luft präsentiert. Dazu zählten die „Riesen der Lüfte“ wie der Airbus A380, die Boeing 747-8, der Airbus A350 XWB, der auf einer europäischen Luftfahrtmesse erstmals am Boden präsentiert wurde, der moderne europäische Militärtransporter A400M sowie die Antonov An-124. Die Airbus Group stellte ihr voll elektrisches, experimentelles Demonstrationsflugzeug, den zweisitzigen E-Fan, zum ersten Mal dem deutschen Publikum vor. Mit der Patrouille Suisse (Northrop F-5E Tiger II) sowie der Deutschlandpremiere des Breitling Jet Teams (Aero L-39C Albatros) standen zwei international renommierte Kunstflugstaffeln an den Publikumstagen auf dem Programm. Solovorführungen unterschiedlichster Kampfflugzeugmuster, darunter Eurofighter, F-16 "Solotürk", MiG-29 und Gripen, die Fähigkeitsdarstellung „Willfire“ der Bundeswehr bis hin zu Klassikern der Luftfahrtgeschichte wie eine Noratlas zogen die Zuschauer in ihren Bann.

Breiten Raum nahm auch die Vorstellung neuer technologischer Konzepte für die zivile Luftfahrt mit dem Ziel ein, den weltweit stetig wachsenden Luftverkehr nachhaltig zu entwickeln bei gleichzeitiger Reduzierung von Emissionen und Lärm: Augenfälligstes Exponat war der Airbus A350 XWB. Er bietet mehr als 25 Prozent Gewichts- und Spriteinsparung, besteht weitgehend aus Kohlefaserwerkstoffen und ist extrem leise. Von MTU Aero Engines wurde die Getriebefan-Technologie präsentiert, die mit ihren Kraftstoffeinsparungen von ca. 15 Prozent und Lärmminderungen um 50 Prozent einen neuen Standard setzt. Rolls-Royce berichtete auf der ILA über sein UltraFan-Triebwerksprojekt, das 2025 auf den Markt kommen und den Treibstoffverbrauch gegenüber den aktuellen Großraumjet-Turbinen um 25 Prozent senken soll. Mit Rolls-Royce zeigte Airbus die Konzeptstudie E-Thrust: ein Regionalflugzeug, das 90 Passagiere mit Hybridantrieb befördern soll. Wenn der Prototyp erstmals abhebt, wird er von SARISTU profitieren, einem verformbaren Flügel, an dem die Fraunhofer-Gesellschaft forscht. Die Landeklappen sollen sich künftig im Flug den Strömungsverhältnissen anpassen und so stets die optimale Aerodynamik bereitstellen.

Auch bot die ILA eine wichtige Plattform zur Entwicklung alternativer Kraftstoffe auf dem ILA-Gemeinschaftsstand „Alternative Flugkraftstoffe“. Erstmalig fand eine Kooperation statt zwischen der ILA und dem jährlichen Ministertreffen des Internationalen Transportforums bei der OECD, das parallel zur ILA in Leipzig ausgerichtet wird. Hochrangige Entscheidungsträger aus Luftverkehrspolitik und Administration verschafften sich einen „hands on“-Eindruck, der ihnen hilft, den regulatorischen Rahmen für einen Luftverkehr zu setzen, der bei fortgesetztem Wachstum immer weniger CO2 und Lärm emittiert.

Die Republik Türkei war das offizielle Partnerland der ILA 2014. Das Land an der Schnittstelle Europa-Asien stellte sich als attraktiver, aufstrebender Markt für Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie mit einem umfassenden zivilen und militärischen Auftritt vor. Turkish Aerospace Industries (TAI), Roketsan, Havelsan, Tubitak – das Forschungsinstitut für Raumfahrttechnologien, Turkish Airlines, Figes Engineering und Defence and Aviation Cluster (OSSA) sowie die Aerospace Clustering Association waren auf der ILA vertreten.

Durch die Ausgaben der auswärtigen Besucher und Aussteller generierte die ILA 2014 laut Veranstalter einen Kaufkraftzufluss von etwa 190 Millionen Euro für die Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg. Umgerechnet auf die Beschäftigungssituation ergebe sich durch die ILA für die Dauer von zwei Jahren ein Effekt von 2200 Arbeitsplätzen, die erhalten oder geschaffen werden.

Die nächste ILA findet vom 31. Mai bis 5. Juni 2016 auf dem Berlin ExpoCenter Airport statt.

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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