21.06.2013
aero.de

A320neo und 737 MAX bleiben nur als 150+ gefragt

Erneut können Airbus und Boeing nach einer erfolgreichen Luftfahrtmesse die Sektkorken knallen lassen.

Auf der Paris Air Show 2013 sammelten beide Konzerne zusammen 908 neue Aufträge und Vorverträge ein - nach Preisliste ein Geschäftsvolumen von atemberaubenden 134,7 Milliarden US Dollar. Besonders gefragt waren wieder einmal die spritsparenden Neuauflagen der A320 und 737, allerdings auch in Paris nur in ihren jeweils größeren Versionen.

"Gar keine Frage, die Zeiten des Duopols von Boeing und Airbus (bei Single Aisle-Flugzeugen, Red.) sind vorbei", konstatierte Boeing Marketingchef Randy Tinseth in Le Bourget. Spätestens nach der Paris Air Show 2013 wird in Toulouse und Seattle die Erkenntis reifen, inzwischen aus dem Markt der 100 bis 149-Sitzer verdrängt worden zu sein.

Die typischerweise mit mehr als 150 Sitzen bestuhlten Modelle A320neo und A321neo beziehungsweise 737 MAX 8 und 737 MAX 9 verkaufen sich nach wie vor wie geschnitten Brot. Für die kleineren Typen A319neo und 737 MAX 7 interessieren sich hingegen fast nur noch Airlines, die in ihren Flotten auf Kommunalität achten müssen.

Bei Airbus fällt der Auftragsanteil der A319neo im neo-Programm - nur 45 Flugzeuge sind bestellt - nach Paris unter zwei Prozent. Sogar der britische LCC Easyjet, der bislang vor allem auf die A319 setzte, legte während der Paris Air Show mit einem Vorvertrag über 100 A320neo den Grundstein für einen Wechsel auf eine 180-Sitzer-Flotte.

Boeing hat noch nicht alle erhaltenen Aufträge für die 737 MAX auf die einzelnen Modelle aufgeteilt. Erst im Mai - fast zwei Jahre nach Programmstart der MAX - präsentierte Boeing mit Southwest Airlines aber den Erstkunden der 737 MAX 7. Der Betreiber der weltweit größten 737-Flotte habe 30 bestehende Aufträge für 737NGs auf die 737 MAX 7 umgeschrieben, teilte Boeing mit.


Viel Interesse an Embraers E2
Das Geschäft zwischen 100 und 149 Sitzen machen inzwischen andere Hersteller. Die Verkäufe von Bombardiers CSeries nehmen langsam Fahrt auf und Embraer gelang mit dem Start der nächsten Generation der E-Jets in Paris ein wahrer Messecoup.

Die Brasilianer frischen ihre erfolgreichen Regionaljets nach langer Prüfung mit neuen Getriebefan PW1700- und PW1900-Antrieben von Pratt & Whitney auf.

Mit bis zu 106 Sitzen wird das für 2018 angekündigte Grundmodell E190-E2 die Größe der aktuellen E190 beibehalten. Die 2019 folgende E195-E2 lässt Embraer hingegen um drei Sitzreihen auf 132 Sitze wachsen. Erst 2020 schiebt Embraer die geringfügig auf 88 Plätze ausgebaute E175-E2 nach.

Gleich am ersten Messetag konnte Embraer 265 Vorbestellungen für die E2 verkünden, darunter Aufträge für jeweils 100 Flugzeuge von Skywest und der ILFC. "Das unterstreicht das große Marktpotenzial der E2", kommentierte Paulo Cesar Silva, der Chef von Embraers Flugzeugsparte, die Verträge. Während Skywest auf die E175-E2 setzt will der Leasinggigant ILFC jeweils bis zu 50 E190-E2 und E-195-E2 bestellen.



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