07.04.2017
FLUG REVUE

Längster Airbus-Zweistrahler kreist über MoronA350-1000 schließt Lärmtests ab

Das A350-1000 Testflugzeug MSN065 hat am 5. April eine Lärmtestkampagne im spanischen Moron abgeschlossen. Seit Ende März war der neue Zweistrahler dort mit Spezialtechnik "belauscht" worden.

Airbus A350-1000 Laermtest Moron

Bei den Lärmmessungen überfliegt die A350-1000 ein Messefeld aus Spezialmikrofonen unter genau festgelegten Umweltbedingungen. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die Lärmtests gehören zur Flugtest- und Zulassungskampagne der A350-1000. Sie fanden auf dem spanischen Luftwaffenstützpunkt Morón Air Force Base statt, auf dem ein Meßfeld aus Spezialmikrofonen errichtet worden war. Gemessen wurden die Lärmwerte bei Start- und Landung, im An- und Abflug, beim Durchstarten, sowie beim Anlassen am Boden.

Airbus A350-1000 Lärmtest Mikrofone

Ein Messtechniker bereitet eines der Spezialmikrofone zur Messung vor. Ihre Daten werden per Computer ausgewertet. Foto und Copyright: Airbus  

 

Laut Airbus erwies sich die mit Rolls-Royce Trent XWB-97-Triebwerken erhöhter Leistung ausgestattete A350-1000 als "sehr lärmarm", ihre Außenlärmwerte wiesen "signifikante Abstände" zu den zulässigen Lärmgrenzwerten nach EASA CS-36 und FAA Part 36 auf. Hierbei helfe auch die sehr gute Aerodynamik des gestreckten Zweistrahlers. Das Flugzeug werde ein "guter Nachbar" der Flughafenanrainer sein, so Airbus. Bisher haben 12 Kunden 211 Flugzeuge der längsten A350-Version bestellt. Noch vor Jahresende soll das erste Kundenflugzeug in Dienst gestellt werden.

Airbus A350-1000 High Energy RTO test

Beim "High Energy Rejected Takeoff Test" musste die A350-1000 mit maximaler Startmasse und höchstzulässig abgenutzten Bremsen eine saubere Schnellbremsung hinlegen. Foto und Copyright: Airbus  

 

Außerdem veröffentlichte Airbus ein Foto vom High Energy Rejected Takeoff Test. Dabei beschleunigt das Flugzeug mit maximaler Startmasse auf Abhebegeschwindigkeit und simuliert dann eine Notbremsung. Für diesen Test werden absichtlich abgenutzte Bremsen am Limit des Zulässigen eingebaut. 

Das Flugzeug muss sich während der Schnellbremsung ohne Ausbrechen kontrollieren lassen, bis es mit glühenden Bremsscheiben und qualmenden Gummireifen zum Stehen kommt. Weil die Bewegungsenergie größtenteils in Wärme umgewandelt wird, werden bei dem dramatischen Manöver die Bremsen so heiß, dass nach kurzer Zeit alle Reifen des Hauptfahrwerks platzen würden. In den Rädern sind Sicherheitsventile installiert, die vorher platzen, so dass der Reifendruck kontrolliert entweicht, ohne dass ein Schaden entsteht. Das Flugzeug steht dann lediglich mit platten Reifen auf der Startbahn.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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