24.01.2014
FLUG REVUE

Kältestests für die ZulassungA350 auf dem Weg nach Kanada

Der Airbus A350-Prototyp MSN3 ist am Freitag morgen in Toulouse zum nächsten Langstreckentest gestartet. Das Flugzeug machte sich auf den Weg nach Kanada, wo Kältestests stattfinden.

A350_XWB_-_MSN3_first_flight_nose_close_up (jpg)

Die ersten beiden Flugzeuge werden von Airbus für alle elementaren Flugtests eingesetzt. Das dritte Flugzeug, MSN2, erhält dann erstmals eine Kabineneinrichtung für technische Tests, während die Flugzeuge vier und fünf weitgehehend der Airline-Ausführung entsprechen, um genaue Leistungs- und Zulassungstests absolvieren zu können. Foto und Copyright: Airbus S.A.S.  

 

Die A350 startete am Freitag Morgen um 8.27 Uhr bei strömendem Regen in Toulouse als Flug "AIB101". Sie machte sich auf den Weg über Brest und Irland ins kanadische Iqaluit/Nunavut (Flughafenkürzel:CYFB/YFB), wo die mehrtägigen Kältetests stattfinden. Dabei wird das Flugzeug unter anderem mit abgeschalteten Systemen bei strengem Frost über Nacht gezielt im Freien abgestellt, bis es völlig auskühlt. Anschließend werden die Bordsysteme eingeschaltet und die Triebwerke angelassen, ohne dass es zu Störungen kommen darf. Außerdem finden Leistungsmessungen statt. Für Sonnabend sind Tiefsttemperaturen von minus 27 Grad Celsius angekündigt.

Vor einem Jahr war Airbus bereits mit einer Test-A380 für Kältestests in Iqaluit/Nunavut, an deren linkem Flügel ein Trent XWB-Triebwerk der A350 XWB installiert war. Seit 2006 sind die Europäer für ihre Kältestes in Nordkanada zu Gast. Der entlegene Flughafen mit A380-Zulassung wird aber auch von Boeing, Bombardier, Cessna und Eurocopter für deren Kältetests genutzt. Die Test-Delegationen können bis zu 30 Ingenieure, Testpiloten und Techniker umfassen und sorgen mitten im Winter in der entlegenen Kleinstadt für willkommene Umsätze.

Erst am Donnerstag hatte Airbus angekündigt, dass die A350 auch auf der diesjährigen Singapore Air Show gezeigt und im Flug vorgeführt wird.

UPDATE:
Am frühen Montagmorgen traf MSN3 nach ihrer Stippvisite in Kanada wieder in Toulouse ein. Nach unbestätigten Angaben reiste das Flugzeug schon nach einem relativ kurzen Aufenthalt mit nur zwei Frostnächten wieder ab, weil ein schwerer Wintersturm mit deutlich steigenden Temperaturen für Iqaluit/Nunavut angekündigt worden war.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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