14.01.2014
FLUG REVUE

Flügeltest mit ExtrembelastungAirbus A350 schafft "Ultimate Load Test"

Der Airbus A350 XWB hat eine der entscheidenden Testhürden bestanden: In einer Testhalle in Toulouse überstand eine A350-Bruchzelle die Überlastung mit dem 1,5-fachen der jemals praktisch zu erwartenden Spitzenbelastung.

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Beim Ultimate-Load-Test in Toulouse wurden die Flügelspitzen der A350-Testzelle MSN5000 über fünf Meter nach oben gebogen, ohne dass der Flügel brach. Foto und Copyright: Airbus  

 

Der sogenannte "Ultimate Load Test" sei bereits Anfang Dezember erfolgreich absolviert worden, teilte Airbus am Montag mit. Der Originalflügel einer Testzelle in Toulouse wurde dabei mit dem 1,5-fachen jener Spitzenbelastung beaufschlagt, die ein Flugzeug im Lauf seines Lebens rechnerisch einmal ertragen muss, zum Beispiel beim plötzlichen Abfangen oder Hochziehen bei hoher Geschwindigkeit. Diese Last nennt man "Limit Load".

Bei dem Test der "Ultimate Load" wurden die Flügelspitzen der, wie eine Marionette in einem 30 Meter hohen Stahlgerüst eingespannten und im Boden verankerten, Testzelle MSN5000 von 235 hydraulischen Stellzylindern gewaltsam um fünf Meter nach oben gebogen. Währenddessen wurde auf 10000 Messkanälen in Echtzeit die strukturelle Integrität der Testzelle überprüft. Sie muss das kurzzeitige Verbiegen ohne bleibende Schäden oder gar Risse und Brüche ertragen. Der Flügel und sein Klappensystem müssen voll funktionsfähig bleiben. Die gewonnen Daten werden anschließend genutzt, um die zur Konstruktion genutzten Computermodelle zu überprüfen und um sie zu optimieren. Der erfolgreiche Nachweis der Ultimate-Load-Toleranz ist eine Voraussetzung für die behördliche Erteilung der Musterzulassung. Die Indienststellung der A350 ist für das vierte Quartal 2014 vorgesehen.

Nach Abschluss aller zulassungsrelevanten Testarbeiten steht MSN5000, etwa zum Jahresende 2014, noch ein interner Zerstörungstest bevor. Dabei wird der Flügel absichtlich überlastet, bis er bricht. Die Ingenieure können dabei messen, ob sie "zu schwer" gebaut haben und ob das tatsächliche Bruchverhalten ihren Annahmen entspricht. Beim neuartigen CFK-Flügel der A350, er ist nach der A400M der zweite CFK-Flügel von Airbus, sind diese praktischen Vergleichstwerte für die künftige Konstruktionsarbeit besonders gefragt.

UPDATE: Laut französischen Medienberichten erwägt Airbus neuerdings, auf den ursprünglich angekündigten, finalen Bruchtest zu verzichten, da die bisherigen Messungen für eine Validierung der Konstruktionssoftware ausgereicht hätten. Boeing hatte bei der 787 ebenfalls auf einen finalen Bruchtest bis zur Zerstörung verzichtet.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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