20.07.2015
FLUG REVUE

EASA erteilt Genehmigung für mittleren ZweistrahlerAirbus A330 mit Überrollschutz ROPS zertifziert

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat den von Airbus entwickelten Überrollschutz "ROPS" auch für die A330-Familie zugelassen. Damit können jetzt alle Airbus-Familien mit dem "Runway overrun prevention System" ausgestattet werden.

Airbus A330 im Flug Airbus-Werkslackierung

Mit dem Airbus A330 sind nun alle Airbus-Flugzeugfamilien für die Ausstattung mit dem Überrollschutz "ROPS" durch die EASA zugelassen worden. Foto und Copyright: Airbus  

 

ROPS basiert auf einem Computerprogramm, das unter Nutzung genauester GPS-Positionsdaten an Bord ständig anhand der Geschwindigkeit, Masse, Windlage und weiterer Faktoren den benötigten Bremsweg mit dem tatsächlich verbleibenden Bremsweg auf der angesteuerten Landebahn vergleicht. Sobald die verbleibende Strecke zu knapp wird, schlägt das System Alarm. Dadurch können die Piloten frühzeitig ein Durchstartmanöver einleiten oder eine Schnellbremsung unter Nutzung aller Hilfsmittel, wie Schubumkehr, höchster Bremsleistung und Störklappen, durchführen. Im Extremfall kann das System sogar eine automatische Schnellbremsung veranlassen, um ein Überrollen des Landebahnendes zu verhindern.

Die von Airbus entwickelte und patentierte ROPS-Technik verknüpft ohnehin an Bord verfügbare technische Daten, um die schwierige Entscheidungsfindung der Piloten in Grenzsituationen, etwa bei einem etwas zu schnellen Anflug oder bei zu langem Ausschweben, zu erleichtern. Als erster Kunde hat sich Korean Air ROPS für ihre Airbus A330 bestellt. Das System kann auch nachgerüstet werden. Seit 2009 war ROPS mit EASA-Genehmigung in der A380 verfügbar, wo es fast alle Betreiber nutzen. Bei der A350 gehört ROPS sogar zur Serienausstattung. Die A320-Familie ist seit 2013 für das System zugelassen.

"ROPS ist das Ergebnis jahrelanger Forschung", sagte Didier Lux, Airbus-Kundendienstvorstand. "Die EASA-Zulassung für die A330 zeigt, wie wir Innovationen im Interesse unserer Betreiber und der Flugsicherheit über unser gesamtes Produktspektrum verfügbar machen." Das Verlassen der Landebahn, seitlich oder durch Überrollen des Landebahnendes, sei heute die Hauptursache für die sogenannten "Hull Losses", also versicherungstechnische Totalverluste von Verkehrsflugzeugen, nachdem man andere Unfallursachen erfolgreich reduziert habe.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Neuer Spezialtransporter Airbus beginnt Integration der Beluga XL

10.01.2017 - In den kommenden 18 Monaten erhält die Zelle des internen Airbus-Spezialtransporters Nase, Leitwerk und wichtige Systeme. … weiter

Airbus-Spezialtransporter So unterscheidet sich die Beluga XL von ihrer Vorgängerin

03.01.2017 - Die neue Beluga XL soll größere Komponenten als die bisherige Beluga ST transportieren können. Airbus gibt einen Einblick in die Besonderheiten der Konstruktion des neuen Spezialtransporters. … weiter

Modernisierter Langstreckenflieger Airbus zeigt die erste A330neo

02.01.2017 - Noch ohne Triebwerke, aber lackiert: Airbus hat vor Weihnachten Fotos der ersten A330neo veröffentlicht. Allerdings verzögert sich wohl die erste Auslieferung an TAP Portugal um mehrere Monate. … weiter

Sektionsmontage aus A330-Teilen Airbus beginnt Endmontage der Beluga XL

09.12.2016 - In Toulouse hat am Freitag die Endmontage der ersten Beluga XL begonnen. Der interne Spezialtransporter für Airbus soll in nur fünf Exemplaren gebaut werden. … weiter

Restrukturierung der Airbus-Konzernspitze Enders schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus

05.12.2016 - Airbus-Konzernchef Tom Enders hat im Rahmen der Umstrukturierungen betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App