03.04.2014
FLUG REVUE

Neuer Zweistrahler ist auch Gast auf der ILAAirbus A350: Testflotte erreicht 1400 Flugstunden

Das Airbus-Flugtestprogramm mit der A350 kommt gut voran. Bis Anfang April war die Flotte schon über 1400 Stunden in der Luft. Für Navigationstests flog MSN2 am 2. April sogar zum Nordpol und zurück.

Airbus A350 XWB MSN2 erste Ankunft in Hamburg-Finkenwerder Landung

MSN2 bei einer Landung in Hamburg. Diese Test-A350 besuchte am Mittwoch den Nordpol. Foto und Copyright: Airbus  

 

„Alle vier Prototypen fliegen um die sechs Stunden pro Tag“, erklärte A350-Testpilot Wolfgang Absmeier bei einem Besuch der FLUG REVUE in Toulouse. "Es können auch schon einmal mehr werden, wie am 2. April, als die MSN2 in 14 Stunden zum Nordpol und zurück unterwegs war." Weitere Testkampagnen der jüngsten Zeit betrafen detaillierte Lärmmessungen, die vor etwa drei Wochen im spanischen Moron durchgeführt wurden. Anfang März mussten zudem noch einmal einige Versuche mit der minimalen Abhebegeschwindigkeit (vmu) gemacht werden, um bestimmte Startkonfigurationen mit wenig Schub zu verifizieren. Eine erste vmu-Testreihe hatte bereits im letzten September stattgefunden.

Laut Absmeier, der seit 1998 bei Airbus arbeitet, „ist die eigentliche Überraschung bei der A350, dass es keine Überraschungen gibt“. Da man auf den Erfahrungen mit der A380-Technologie aufbaue habe man eine gute Erfahrungsgrundlage, auch wenn natürlich die Zelle mit ihren 53 Prozent Verbundwerkstoffanteil ein Novum bei Airbus sei. Feintunging muss natürlich betrieben werden. „Das Flugzeug fühlte sich am Anfang etwas träge um die Pitch-Achse an“, erinnert sich Absmeier, abe das habe man inzwischen durch Softwareänderungen behoben. Die Abstimmung der Flugsteuerungssoftware ist bei der A350 noch aufwändiger als bisher, weil zum Beispiel Funktionen wie variable Wölbung oder unterschiedlich weit ausfahrende Klappen in vielen Flugzuständen genau vermessen werden müssen. Der Pilot soll von den spritsparenden Aerodynamiktricks nichts mitbekommen.

Technische Anpassungen wurden jüngst bei Prototyp MSN1 vorgenommen, der von Lithium-Ionen- auf Nickel-Cadmium-Batterien umgerüstet wurde. Airbus wollte, wie Boeing bei der 787, zunächst die neue Technologie verwenden, spielt nun aber in der Serie auf Sicherheit und nimmt dabei etwa 80 Kilogamm Mehrgewicht in Kauf.

Ende April/Anfang Mai soll MSN5 fliegen, der nur eine leichte Testinstrumentierung hat und dessen Kabine ausgerüstet ist. Dieses Testflugzeug soll im Sommer die Streckenerprobung in Angriff nehmen. Ziel ist es, die Zulassung und die erste Lieferung der A350 an Qatar Airways bis zum Jahresende zu schaffen.

Schon vorher wird die A350 zu den Stars der ILA in Schönefeld gehören. Welches Flugzeug genau nach Berlin kommt steht allerdings noch nicht fest. Bereits nächste Woche wird der neue Langstreckenjet auch einen Auftritt in Hamburg haben. Im Rahmen der Messe "Aircraft Interiors" will Airbus seinen „Katalog“ der Kabinenausstattungen präsentieren.

 

Die A350-Testflotte und ihre Einsätze bis zum 27. März 2014:

MSN1: 149 Flüge und 682 Blockstunden seit 14. Juni 2013

MSN2: 10 Flüge und 74 Blockstunden seit 26. Februar 2014 

MSN3: 111 Flüge und 534 Blockstunden seit 14. Oktober 2013

MSN4: 21 Flüge und 73 Stunden seit 26. Februar 2014.

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www.flugrevue.de/Karl Schwarz


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