12.05.2014
FLUG REVUE

Personalabbau trotz voller AuftragsbücherAirbus baut Leiharbeiter in Hamburg ab

Der Flugzeughersteller Airbus will die Zahl seiner Leiharbeiter abbauen. Davon könnten, trotz guter Auftragslage, in Hamburg einige hundert Stellen betroffen sein.

Airbus A350 XWB MSN2 erste Ankunft in Hamburg-Finkenwerder Landung

Ein Airbus A350-Testflugzeug landet in Hamburg-Finkenwerder. Foto und Copyright: Airbus  

 

Laut übereinstimmenden Berichten des Hamburger Abendblatts und des Norddeutschen Rundfunks könnte es um bis zu 1000 Stellen von Leiharbeitern gehen, die den Kürzungsplänen zum Opfer fallen könnten. Ein 2012 mit den Gewerkschaften abgeschlossener "Zukunftstarifvertrag" begrenze den Anteil der Leiharbeiter auf maximal 15 Prozent von derzeit 13300 Hamburger Stammbeschäftigten, also auf 2000 Personen. Beschäftigt werden aber derzeit 2800 Leiharbeiter. Außerdem, so das Hamburger Abendblatt, erwäge Airbus auch die Ausdünnung von Ingenieursstellen der Hamburger Entwicklungsabteilung. Grund hierfür sei die bereits weitgehend abgeschlossene Entwicklung der Programme A350 und A320neo, nach denen innerhalb der nächsten zehn Jahre kein großes, komplett neues, Entwicklungsprogramm mehr anstehe.

Ursprünglich hatte Airbus schon in nicht allzu ferner Zukunft ein völlig neues Standardumpfprogramm für einen A320-Nachfolger geplant. Dieses Projekt "Next Generation Single Aisle" oder "A30X" rückt durch die nun noch erfolgreich dazwischen geschobene Neuauflage der A320, die A320neo, zeitlich ins nächste Jahrzehnt. Im Gegenzug für die A350-Ansiedlung in Toulouse hatte Hamburg die Zusage erhalten, einen A320-Nachfolger als einziger Standort in Europa endzumontieren. Allerdings müsse Hamburg dazu intern ein konkurrenzfähiges Angebot vorlegen, um die Ausschreibung endgültig zu gewinnen. Airbus-Konzernchef Tom Enders will die Umsatzrendite des Unternehmens von heute sechs Prozent bis 2015 in den zweistelligen Bereich bringen, während der Konzern seine Geschäftsbereiche Militär und Weltraum nach dem Auslaufen großer Programme aufwändig restrukturieren muss.

Die IG Metall Küste und der Gesamtbetriebsrat von Airbus Operations kritisierten den Abbau von Leiharbeitskräften. „Es ist kurzsichtig, nur auf die Rendite zu gucken und sich deshalb von hochqualifizierten Fachkräften zu trennen, die teilweise schon viele Jahre für Airbus arbeiten", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Mit den Beschäftigten geht wichtiges Know-how verloren. Dadurch fehlt es dann an Innovationen für die Zukunft." Johann Dahnken, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates von Airbus Operations, sagte: „Wir erwarten von der Geschäftsführung Aufklärung darüber, welche Aufgaben zu welchem Zeitpunkt wegfallen sollen. Wenn Kapazitätsanpassungen nötig sind, müssen diese genau geprüft werden, damit die Aufgaben und langfristigen Ziele des Unternehmens nicht gefährdet werden. Ziel muss sein, möglichst vielen Beschäftigten eine Festanstellung zu bieten.“

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Premium Aerotec Erste Rumpfschalen für A321neo ACF an Airbus ausgeliefert

23.06.2017 - Der Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec entwickelt und fertigt Rumpfschalen für die A321neo in der Airbus-Cabin-Flex-Konfiguration. Die Änderungen ermöglichen mehr Kapazität ohne eine Verlängerung des … weiter

Paris Air Show 2017 Airbus und Boeing verkaufen fast 900 Flugzeuge

22.06.2017 - Es ist ein ständiges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Luftfahrtgiganten. Auf der Internationalen Luftfahrtmesse in Le Bourget hatte Boeing nach der Ankündigung der 737 MAX 10 die Nase vorn. … weiter

Übersicht UPDATE: Bestellungen bei der International Paris Air Show 2017

22.06.2017 - Welche Airline hat bei der diesjährigen Air Show in Paris bei Airbus, Boeing, Bombardier, Embraer und Co. bestellt? Sehen Sie in unserer aktuellen Auflistung die neuen Aufträge der Flugzeughersteller. … weiter

Paris Air Show 2017 Flugprogramm am Donnerstag

22.06.2017 - Wie in den vergangenen Tagen zeigen auch am Donnerstag Airliner, Kampfjets und Hubschrauber ihre Fähigkeiten auf der Luftfahrtausstellung in Paris. Hier gibt es das vollständige Flugshow-Programm. … weiter

Airbus A350 Lufthansa fliegt von München nach Singapur

21.06.2017 - Ab März 2018 fliegt die Lufthansa fünfmal in der Woche von München nach Singapur. Eingesetzt wird auf der Langstrecke ein Airbus A350. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 07/2017

FLUG REVUE
07/2017
12.06.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


COMAC C919 fliegt
Rafale wird weiter modernisiert
Das Cockpit der Zukunft
Griechenland mustert RF-4E Phantom II aus
Air Seychelles fliegt ab Düsseldorf
Patrouille de France auf großer US-Tour

aerokurier iPad-App